universal design: Ist zukünftig ein Design für alle möglich?

Bauhaus-Universität Weimar: Zu kleine Schalter, unleserliche Schriften, komplizierte Bedienungsanleitungen – wenn gutes Design fehlt, wird es schwierig für den Benutzer. Industrieunternehmen, Dienstleister, Designer und Politiker haben das Problem erkannt und fordern ein „Design für alle“, ein „universal design“. Um die Entwicklung von einfachen, verständlichen und international wettbewerbsfähigen Produkten zu unterstützen, kommen vom 12. bis zum 14. November 2009 an der Bauhaus-Universität Weimar Design-Fachleute zur ersten nationalen „Expertenkonferenz universal design“ zusammen.

Im Alltag begegnet uns „universal design“ oft unbemerkt: Türen, die sich wie von Geisterhand öffnen oder Busse, die sich dem einsteigenden Fahrgast entgegen neigen. „universal design“ ist dabei für jedermann praktisch – für den Bücher beladenen Studenten ebenso wie für die 70-jährige Rentnerin oder die junge Mutter mit Kinderwagen.

Das „Design für alle“ gewinnt vor allem hinsichtlich des demographischen Wandels gesellschaftlich und wirtschaftlich an Bedeutung. Eine stark alternde Gesellschaft braucht leicht bedienbare und verständliche Produkte und Dienstleistungen. Doch die ältere Zielgruppe möchte nicht durch eigens für sie gestaltete Produkte zu einer Randgruppe deklariert werden. Die universal design-Bewegung versucht daher, Generationen übergreifend zu denken und Produkte anzubieten, welche die Jungen unserer Gesellschaft genauso ansprechen wie die Älteren.

Für Produktgestalter ist das übergreifende Design eine der zentralen Gestaltungsherausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Beschleunigt durch einen globalen demographischen Wandel wird die Qualität schon vorhandener Produkte und neuerer Entwicklungen von einer neuen Einfachheit geprägt sein. Ein großes Engagement ist erforderlich, um eine breite internationale Öffentlichkeit für diese Herausforderung herzustellen. Designer und Hersteller müssen mit gezielten Aktivitäten motiviert werden, ihre Kreativität, Kompetenz und Erfahrung in Produkte, Architektur und Dienstleistungen für „Alle“ und nicht nur für „Ältere“ münden zu lassen. Das verlangt einen Kulturwandel, der die Stigmatisierung der Alten und ihrer Hilfsmittel überwindet und ganz normale Produkte für alltägliche Problemlösungen anbietet. Der universal design-Gedanke schickt sich an, unsere Welt dramatisch zu verändern. Mündige Verbraucher von morgen – im Schnitt älter und erfahrener – fordern Einfachheit und Eleganz, un
komplizierte Dinge und kompetente Dienstleistungen.

An den beiden Konferenztagen kommen 75 namhafte Vertreter des „universal design“ zusammen, um Strategien zu finden, wie Politik und Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden können: Es müssen Normen festgelegt und Standards definiert werden. „Deutschland hat eine lange Tradition in der Entwicklung demographiefester Produkte, Architekturen und Dienstleistungen“, unterstreicht Wolfgang Sattler, Professor für Produkt-Design an der Bauhaus-Universität Weimar. Dabei bezieht er sich unter anderem auf die Bauhaus-Bewegung, die bereits vor 90 Jahren Universalität von Architektur und Design forderte. „Diese Potentiale in wirtschaftlich sinnvolle und ergebnisorientierte Strategien umzusetzen, ist uns aber bisher noch nicht ausreichend gelungen.“

Im Blick haben die Experten auch den wirtschaftlichen Aspekt. „Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist universal design eine Option, um sich mit neuen oder neu überarbeiteten Produkten auf veränderten Märkten zu positionieren“, erläutert Gregor Sauer, Geschäftsführer des Bauhaus.TransferzentrumDESIGN, die Bedeutung von universal design. „Deutschland könnte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Die Veranstalter der Konferenz sind der universal design e.V. und das Bauhaus.TransferzentrumDESIGN. Der Verein hat seinen Sitz in Hannover und hat in Weimar gemeinsam mit dem Bauhaus.TransferzentrumDESIGN ein Kompetenzzentrum eingerichtet.

Am Samstag, dem 14. November 2009, öffnet sich die Konferenz mit einer Veranstaltung für das Publikum.

Programm:

9:30 Uhr
Begrüßung zur Talkrunde der universal design-Expertenkonferenz

9:45 Uhr
Verleihung des universal design-Preises für herausragende Impulse in Deutschland

10:00 Uhr
Vorstellung der Ergebnisse der Expertenkonferenz/ Verkündung der „Charta von Weimar“

Talk zum Thema "universal design als wirtschaftlicher Faktor"
Podium: Thomas Bade, Geschäftsführer des universal design e.V., Prof. Fritz Frenkler, TU München, Prof. Wolfgang Sattler, Bauhaus-Universität Weimar, Natalie Dobler, Marketingleiterin Ornamin, Minden

Ort: Oberlichtsaal Bauhaus-Universität Weimar

Pressemitteilung der Bauhaus-Universität Weimar



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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