Wasser-Mehrfachnutzung: Wasserhaus bald auch in Namibia

Universität Potsdam : Ein an der Universität Potsdam für Südafrika projektiertes kommunales Wasserhaus zur besseren Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Frischwasser könnte bald auch in Namibia gebaut werden. Der Botschafter der Republik Namibia, Neville Gertze, informierte sich in Potsdam über das am Lehrstuhl Vegetationsökologie und Naturschutz entwickelte Konzept, mit dem ländliche Siedlungen ihre Wasserver- und entsorgung eigenständig und dezentral organisieren können.

Gegenüber Projektleiter Dr. Konrad Soyez zeigte sich der Botschafter besonders an den Methoden zur Verbesserung der Wasserqualität und an einer effizienten Verbindung von Energie- und Wasserversorgung interessiert. Ziel sei es, die Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten nachhaltig zu verbessern. Aber auch für den zunehmenden Tourismus im Land werde eine stabile Wasserversorgung und umweltverträgliche Reinigung des Abwassers unerlässlich. Neville Gertze lud die Potsdamer Wissenschaftler ein, ihr Konzept vor Ort zu präsentieren und mit den Kommunen Möglichkeiten der Umsetzung zu diskutieren. Hierbei sollen auch Fachleute der Universität Windhoek einbezogen werden.


Vorbild könnte der südafrikanische Prototyp eines kommunalen Wasserhauses in der Ikwezi Municipality in der Halbwüstenlandschaft der Großen Karoo sein, das im vergangenen Jahr in Kooperation der Universität Potsdam mit deutschen und südafrikanischen Firmen erbaut wurde. An einem zentralen Standort wird dort das Wasser jetzt im Kreislauf geführt und seine Qualität dem Bedarf angepasst. Für das Duschen und Waschen reichen Recyclingqualitäten, das so genannte Grauwasser. Restwasser wird für die Toilettenspülung und für technische oder gartenbauliche Zwecke genutzt. Zudem ersetzt Solarenergie bei der Wassererwärmung den Klima belastenden Verbrauch fossiler Brennstoffe. Neben den ökologischen und hygienischen Effekten schafft das Wasserhaus auch neue Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Junge Menschen werden ausgebildet, um die Anlage selbstständig warten zu können.

Pressemitteilung der Universität Potsdam



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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