Verbesserung bei arthrosebedingtem hüft- und knie-endoprothetischem Eingriff

Hochschule Bremen : Erstmals wurde in Deutschland die Qualität eines integrierten Versorgungsmodells in der Orthopädie im Vergleich mit herkömmlicher Versorgung klinisch und ökonomisch evaluiert. Die Studie entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus Stenum, der Hochschule Bremen, der DAK, der Barmer Ersatzkasse und dem BKK Landesverband Niedersachsen. Dabei wurden Patienten, die an dem „Joint Care“ betitelten Programm teilgenommen haben, mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigen spürbare Vorteile für die alle beteiligten Seiten.

Im Rahmen der vom Institut für Gesundheits- und Pflegeökonomie durchgeführten Untersuchung wurde eine Qualitätsbeurteilung der medizinischen Versorgung bei orthopädischer Hüft- oder Kniegelenksoperation im kontrollierten Vergleich (Joint Care® vs. Standardversorgung) vorgenommen, indem alle für die Hüft- bzw. Knieendoprothetik relevanten medizinischen und sozioökonomischen Kenngrößen ausgewertet wurden. Die Patienten aus der Joint Care®-Gruppe zeigten insbesondere im direkten postoperativen Verlauf bessere Ergebnisse hinsichtlich aller untersuchten Parameter. Die stationäre Verweildauer konnte nahezu halbiert, die Rehabilitationsdauer im Vergleich zu nationalen Durchschnittswerten deutlich reduziert werden.

Darüber hinaus erwies sich die Rehospitalisierungsrate für die Patienten aus der Standardgruppe als höher, so dass keine in Verbindung mit der Einführung und Umsetzung des Joint Care®-Verfahrens stehende Einschränkung der Patientensicherheit und kein erhöhtes Komplikationsrisiko anzunehmen ist. Des weiteren erwies sich die Joint Care®-Intervention insgesamt gegenüber dem Standardverfahren hinsichtlich aller Parameter, die im Rahmen einer Kosten-Nutzwertanalyse untersucht wurden, als überlegen. „Bei den Gonarthrose-Patienten (Gonarthrose: vorzeitiger Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes) erreicht der messbare Nutzen innerhalb der ersten 20 Tage sogar den fünffachen Wert. Das heißt, die Lebensqualität dieser Patienten verbessert sich erheblich", wie Professor Dr. Heinz Janßen, Leiter des Instituts für Gesundheits- und Pflegeökonomie an der Hochschule Bremen, erläutert. Im Hinblick auf den Verbrauch indikationsbezogener Schmerz-, Heil- und Hilfsmittel konnten keine wesentlichen Kostenverlagerungen festgestellt werden. Alles in allem hat die Umsetzung des Joint Care® Programms für beide im Rahmen der vorliegenden Studie betrachteten Patientenpopulationen zu Verbesserungen sowohl aus medizinischer, als auch aus ökonomischer Perspektive geführt, so dass die Umsetzung des Programms – auf Basis der vom Institut ausgewerteten Patientendaten – gerechtfertigt erscheint.

Pressemitteilung der Hochschule Bremen



© www.hochschulnachrichten.com   Donnerstag, 12. November 2009 11:31 c.kexel

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