Flexibles Zeitmanagement, keine überfüllten Hörsäle
und praxisnahe Themen: Im Ruhrgebiet gibt es diese idealen Studienbedingungen.
Denn die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen haben jetzt einen gemeinsamen virtuellen Standort: den RuhrCampusOnline (RCO), der von der
Stiftung Mercator gefördert wird. Studierende können live oder über das Internet
an Vorlesungen und Seminaren der drei Hochschulen teilnehmen – zu Schwerpunkten
wie Literaturverfilmungen, Demokratietheorien oder neue Medien im
Physikunterricht. Erworbene Leistungspunkte werden gegenseitig
anerkannt.
Die Seminare oder Übungen verbinden als so genannte
Blended Learning-Kurse verschiedene Elemente miteinander. „Während eine
Präsenzveranstaltung an der jeweiligen Universität vor Ort zu festen Zeiten
stattfindet, gibt es beim Blended Learning zusätzlich Online-Phasen, in denen
beispielsweise Tests, Recherchen
oder Gruppenarbeiten stattfinden. In diesen Phasen kann man sich das
Arbeitspensum individuell einteilen“, erklärt Projektkoordinator Prof. Michael
Kerres den Unterschied der beiden Lehrformen. Ein klarer Vorteil für die
angehenden Akademiker: „Blended Learning-Kurse erfordern ein gutes Selbst- und
Zeitmanagement. Zudem wird die Medienkompetenz geschult, weil man mit
verschiedenen Programmen und Methoden arbeitet.“ So ortsunabhängig das Studieren
am RCO auch ist – vor dem heimischen PC wird niemand allein gelassen. Es gibt
immer Präsenzphasen, damit Fragen geklärt oder Präsentationen vorgestellt werden
können.
Campusübergreifend und zeitunabhängig
lernen: Der RCO ist das erste innovative
E-Learning-Projekt unter dem Dach eines Hochschulverbundes. Zum aktuellen
Wintersemester sind neun Veranstaltungen erfolgreich angelaufen, darunter „Vom
Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr“. Dabei setzen sich die Studierenden selbstständig
mit der Ruhrgebietsthematik auseinander, nutzen umfangreiche multimediale
Materialien und kommunizieren auf verschiedenen Wegen mit ihren Kommilitonen.
Ergänzend zu diesem online-gestützten Selbststudium finden vier Präsenzsitzungen
statt. Darüber hinaus erkunden die Studierenden auf „Self-Learning-Trails“ das
Ruhrgebiet und halten ihre Eindrücke z.B. durch Berichte und Fotos fest, die
wiederum im Internet veröffentlicht werden.
Vielfalt in der Lehre:
Die neue Plattform bietet zudem großes Potenzial
für die Dozenten: Sie können ihr Lehrangebot auf die drei Unis ausweiten,
interdisziplinär arbeiten und sich an den einzelnen Standorten spezialisieren.
„RuhrCampusOnline ist damit ein Modell des flexibleren Studierens und
untersucht, wie der Austausch von Studienleistungen künftig zwischen Hochschulen
technisch und organisatorisch aussehen könnte“, meint Professor Kerres.
Das Portal soll weiter wachsen. Wer an den drei
Ruhrgebietsunis eingeschrieben ist, hat künftig noch mehr Auswahl bei den
Lehrveranstaltungen. „Über 89.000 Studierende in der Ruhrregion bekommen mit
RuhrCampusOnline die Chance, über Universitätsgrenzen hinweg Seminare zu
besuchen“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der
Stiftung Mercator, die den Aufbau mit 800.000 Euro unterstützt. „Die Stiftung
Mercator möchte so die Lehre innerhalb der Hochschulallianz Metropole Ruhr
fördern und damit die Wissenschaftsregion Ruhr stärken.“ Zusätzlich stellen die
Universitäten aus eigenen Mitteln pro Jahr jeweils 100.000 Euro für die
Produktion von hochschulübergreifenden E-Learning-Kursen bereit.
E-Learning-Tagung
Wie kommt der virtuelle Campus bei den Studierenden
an? Um das Projekt und den aktuellen Forschungsstand vorzustellen, findet am 1.
April eine große Tagung an der Ruhr-Uni Bochum statt. Sie richtet sich unter dem
Titel „E-Learning in der Universitätsallianz Metropole Ruhr - Aktuelle
Entwicklungen und Perspektiven“ an Hochschullehrende und Interessierte. Die
Teilnehmer erhalten einen Einblick in aktuelle E-Learning-Themen, lernen
gelungene Blended Learning-Praxisbeispiele kennen und können sich mit Fachleuten
austauschen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.
Pressemitteilung der Technischen Universität Dortmund