Universität Halle hat geplantes Luckner-Museum zu Gast

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Am 25. April 2009 jährt sich zum zehnten Mal die Hallesche Museumsnacht. Das Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg präsentiert den Besuchern diesmal nicht nur seine reichen Bestände, sondern hat ein "Museum im Wartestand" zu Gast. Unter der Federführung der Luckner-Gesellschaft entsteht in Halle ein Graf-Luckner-Museum. Diesem Mann verdanken die Stadt Halle ihre Rettung und Tausende von Menschen ihr Leben. Bei einem Pressetermin am 19. März werden die gemeinsamen Planungen für die Museumsnacht vorgestellt.

In der Museumsnacht soll auch an das Ende der Kampfhandlungen am 19. April 1945 in Halle erinnert werden. Im Jahr 2010 wird der 65. Jahrestag der Bewahrung Halles und damit auch des Archäologischen Museums vor der totalen Vernichtung gedacht werden. In jenen Tagen retteten in letzter Minute mutige Männer um den Seemann, Schriftsteller, Kraftmenschen und populären Kriegshelden des Ersten Weltkrieges, Felix Graf von Luckner, die Stadt vor einem bereits befohlenden amerikanischen Luftangriff. Der Stadt Halle mit ihren ca. 250.000 Einwohnern drohte ein Inferno durch das Bombardement aus 700 Bombenflugzeugen und 250 Jagdbombern.

Letztlich blieb auch Graf Luckners Wohnung am Universitätsring Nr. 13. weitgehend unversehrt. Die komplette Einrichtung und seine persönliche Habe blieben erhalten und wurden von seinem Halbbruder, der im selben Haus wohnte, treu bewahrt. Später kümmerte sich eine ältere Dame um des Grafen Besitz. Diese Hüterin starb im August 1977 und bereits im September standen Müllcontainer vor der Haustür, gefüllt mit Luckners Hausrat, Bildern, Fotoalben, Briefen etc. Vorbeikommende Erwachsene, Kinder und vor allem Studenten, die diese "Schätze" sahen, bedienten sich. Dadurch wurden viele Gegenstände aus Luckners persönlichem Besitz vor der Vernichtung bewahrt und befinden sich heute in weit gestreutem Privatbesitz. Davon zeugen in so mancher halleschen Gaststätte noch die an den Wänden hängenden historischen Photographien mit Luckners Konterfei.

Mit der Erinnerung an Luckner verbinden die Luckner-Gesellschaft und das Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität die Hoffnung, dass sich Besitzer von Fotos, Briefen, Sachen, die aus den Müllcontainern stammen, melden und vielleicht dem Museum einiges - gern auch leihweise - übergeben, um so mitzuhelfen, dass das Graf-Luckner-Museum bald seine Tore öffnen kann. Einige Menschen, die Erinnerungen an Luckner oder Gegenstände bewahren wollen und so der Graf Luckner Gesellschaft wertvolle Hilfen leisten, haben sich bereits gemeldet.

Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg



© www.hochschulnachrichten.com   Dienstag, 17. März 2009 09:30 c.kexel

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