Studenten beschäftigten sich im Ideenwettbewerb "Lichtkörper" mit Wachs

Hochschule Rosenheim: Candlelight-Abend in der Hochschule Rosenheim: Was auf den ersten Blick nach einer Vorweihnachtsfeier der Studierenden aussah, war das Finale eines Ideenwettbewerbs. "Lichtkörper" hieß das Stegreifprojekt, das Prof. Rainer Haegele in Zusammenarbeit mit der Deggendorfer Wachswarenfabrik Karl Wiedemann ausgeschrieben hatte und das mit der Präsentation in der Werkstatthalle endete.

Knapp zwei Wochen hatten die Studenten Zeit, sich mit dem Rohstoff Wachs zu beschäftigen, ihre Ideen auf Papier zu bringen und in Form zu gießen. "Dieser Wettbewerb war insoweit außergewöhnlich, als er semesterübergreifend war", betonte Prof. Rainer Haegele. Eine Chance, die sich 15 angehende Innenarchitekten vom ersten bis zum neunten Semester nicht entgehen ließen.

Doch bevor sie sich ans Werk machen konnten, verbrachten sie einen Tag in der Traditionsfirma in Deggendorf, um eine Ahnung zu bekommen, wie Kerzen produziert werden, was technisch machbar ist, was an Handarbeit geleistet werden muss, wie Verpackung, Vertrieb und Verkauf funktionieren. Denn neben Innovation und Gestaltung waren auch Funktionalität und Serien-Herstellung ein Kriterium, das die siebenköpfige Jury - darunter Vertreter der Firma Wiedemann und der Hochschule sowie Innenarchitekten - zu bewerten hatte.

Ausgestattet mit rund 100 kg Wachs, einem Kilometer Docht und 50 kg Silikon wurden die Studierenden kreativ. Die Entwürfe reichten von Kerzenständern über durchscheinende Musterkerzen bis hin zur Glühbirne samt Gewinde aus Wachs.

Und während die Studenten auf das Ergebnis warteten, hatte die Jury hinter einer Abtrennwand die Qual der Wahl: Gut eine Stunde wurde heiß diskutiert über Form und Funktionalität, Umsetzbarkeit und Umsatzmöglichkeit, über Abbrenn-Verhalten und sogar poetischen Ansatz. Dann stand der Sieger fest: Sven Becher (9. Semester) gewann den mit 800 Euro dotierten ersten Platz mit seiner Kreation "Break". Aneinandergereihte Dreieckskerzen, die je nach Bedarf und Anlass stückweise auseinandergebrochen und angezündet werden können. "Dieser Vorschlag besticht durch seine Einfachheit: Die Dreiecke haben ein erstklassiges Abbrennverhalten, die Produktionskosten sind realistisch, die Verwendung ist vielfältig - egal ob man den ersten Jahrestag einer Beziehung feiert oder den 80. Geburtstag von Oma oder Opa. Darüber hinaus ist diese Kerze perfekt zu verpacken und zu stapeln, was für den Vertrieb maßgeblich ist", erklärt Marc Linke, Geschäftsführer der Firma Wiedemann.

Der mit 600 Euro dotierte zweite Platz ging an Madeleine Funk aus dem siebten Semester: Sie hat eine Kerze präsentiert, die von gestanzten, aufeinander stapel- und drehbaren Wachs-Ringen ummantelt ist und durch ein wunderschönes Lichtspiel beeindruckt. "Das war für uns die innovativste Idee, die allerdings wegen der vielen unterschiedlichen Arbeitsschritte in der Herstellung zeit- und kostenaufwändig ist", so Marc Linke.

Den mit 400 Euro ausgeschriebenen dritten Preis teilen sich Christoph Schuhmacher (9. Semester) für seine Schriften-Kerze und Jennifer Rebhan (1. Semester), die eine Vasen-Kerzen-Kombination vorgestellt hat. "Bei der Schriften-Kerze hat uns die Individualität beeindruckt, weil wir sowohl Text als auch Schrifttyp so einprägen könnten, wie es der Kunde formuliert. Und bei der Vasen-Kerze handelt es sich einfach ein schönes Deko-Objekt", begründet der Wiedemann-Geschäftsführer den Juryentscheid.

"Da wir als Firma Wiedemann das erste Mal einen Wettbewerb mit einer Hochschule veranstaltet haben, waren wir sehr gespannt auf das, was Studenten zum Thema ,Lichtkörper' einfällt. Das Ergebnis hat uns angenehm überrascht, die Ideen waren wirklich durch die Bank gut", lobten Barbara Kanzlsperger von der Vertriebsleitung und Jochen Streiter vom Verkauf. Dem schloss sich Mitgesellschafter Frank Eder an und stiftete spontan allen nicht Platzierten Anerkennungspreise in Höhe von je 100 Euro. Und Professor Rainer Haegele hat die begründete Hoffnung, dass es eine Neuauflage des Projektes geben wird: "Wir wollen unseren Studierenden immer wieder auch einen Praxisbezug geben."

Pressemitteilung der Hochschule Rosenheim



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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