Universität Potsdam: Soeben ist mit dem Buch „Regionale Abwanderung Jugendlicher. Theoretische Analysen – Empirische Befunde – Politische Gegenstrategien“ eine Publikation erschienen, die sich mit dem Phänomen der regionalen Abwanderung junger Menschen auseinandersetzt. Herausgeber sind die beiden Erziehungswissenschaftler der Universität Potsdam Prof. Dr. Wilfried Schubarth und Dr. Karsten Speck. Die Veröffentlichung fügt sich ein in die aktuelle Debatte zum Thema, die gegenwärtig auf unterschiedlichen Ebenen in Deutschland geführt wird und liefert mit den enthaltenen Fakten und Analysen weiteren Gesprächsstoff.
Demnach ist die regionale Abwanderung junger Menschen ein wesentlicher Bestandteil des demografischen Wandels in Deutschland. Er findet insbesondere in der anhaltenden Ost-West-(Ab)Wanderung seinen Ausdruck, denn noch immer verlassen jedes Jahr Zehntausende junger, meist gut ausgebildeter Menschen ihre ostdeutsche Heimat. Die Abwanderung junger Menschen beschleunigt die demografischen Prozesse in den betroffenen Regionen, zum Beispiel die Überalterung und die demografische Schrumpfung, und legt die Folgen des demografischen Wandels offen. Deshalb lohnt nach Ansicht der Autoren der einzelnen Beiträge ein genauerer Blick darauf, wer abwandert, warum junge Menschen, vor allem junge Frauen, abwandern und welche Folgen dies sowohl für die jungen Menschen als auch für die Regionen hat. Geboten werden mögliche Gegenstrategien dazu und es werden auch die Konsequenzen für die Politik, einschließlich für Bildung, Schule und Jugendarbeit thematisiert.
Die Texte aus Soziologie, Bevölkerungswissenschaft, Erziehungswissenschaft, Geografie und Politik geben einen anschaulichen Überblick über die öffentliche und Fachdebatte zur regionalen Abwanderung junger Menschen im Kontext des demografischen Wandels. Sie analysieren Mediendiskurse, geben eine Bestandsaufnahme, stellen theoretische Analysen und empirische Befunde zur Abwanderung Jugendlicher und deren Folgen dar.
Aufgeräumt wird beispielsweise auch mit Annahmen, dass Abwanderung ein neues Phänomen sei, nur der „doofe Rest“ in den peripheren Regionen verbleibe oder dass es sich nur um ein ostdeutsches Phänomen handele. Die Artikel machen vielmehr deutlich, dass die demografische Entwicklung in den neuen Bundesländern vieles von den künftigen demografischen Prozessen in den alten Bundesländern vorwegnimmt.
Pressemitteilung der Universität Potsdam