Spezielle Intensivtrage erleichtert den Krankentransport von Kindern

Universitäts-Klinik Bonn: Entwicklung der deutschlandweit ersten TÜV geprüften Intensivtrage für Kinder. Am Bonner Universitätsklinikum gibt es in Kooperation mit dem Rettungsdienst ein neues Konzept für den Transport schwerstkranker Kinder und Jugendlicher.

Dafür hat die Universitäts-Kinderklinik zusammen mit der Firma Rettungstechnik Klein aus Bogen eine Spezialtrage entwickelt. Es ist deutschlandweit die erste TÜV geprüfte Intensivtrage für diese Patientengruppe, die gleichzeitig für die Stickstoffmonoxidbeatmung geeignet ist. Die Intensivstation der Kinderklinik des Universitätsklinikums Bonn ist sehr erfahren bei Transporten schwerstkranker Kinder und Jugendlicher mit beispielsweise kritischen Lungenerkrankungen und komplexen Herzfehlern. "Doch bislang war es schwierig, die unzähligen für einen solchen Transport notwendigen Medizingeräte sicher unterzubringen", sagt Sven Dannemann, pflegerischer Leiter der interdisziplinären Intensivstation.

Denn es gab kein für Kinder geeignetes Transportsystem auf dem Markt. Daher entschlossen sich die Bonner, selbst eine Lösung zu finden. Sandwich mit kompletter Intensiveinheit Nach zwei Jahren war es jetzt endlich soweit. Die Firma Klein lieferte die bisher einmalige Intensivtrage. Nach dem Sandwichprinzip befindet sich zwischen Fahrgestell und Patientenliegefläche einer modernen Rettungsdiensttrage ein zusätzlicher Boden. In dem Zwischenraum ist Platz für eine komplette Intensiveinheit. Die Medizingeräte sind dort leicht anzubringen sowie leicht wieder abnehmbar. Dadurch ist die Trage extrem flexibel und kann individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Mit einem Kinderrückhaltsystem für alle Altersklassen können Kinder ab vier Kilogramm und Jugendliche bis 100 Kilogramm sicher transportiert werden. Zudem ist die Intensivtrage mittels eines speziellen Aufsatzes auch für die kleinsten Patienten mit einem Gewicht unter vier Kilogramm geeignet. "Es gibt deutschlandweit kein vergleichbares Transportmittel mit dieser Flexibilität bei gleichzeitig TÜV geprüfter Sicherheit", sagt Dannemann.

Auch Transporte mit künstlicher Lunge Für die stetig wachsende Zahl schwerstkranker Kinder ist die Spezialtrage der wesentliche Baustein des neuen Transportkonzeptes. Dabei ist die Intensivtrage bis zu vier Stunden unabhängig von Gas und Strom. Ein Kindernotfallteam aus einem Intensivmediziner und einer Intensivfachpflegekraft der Bonner Universitäts-Kinderklinik sowie zwei Rettungsassistenten des städtischen Rettungsdienstes transportieren die jungen Patienten innerklinisch oder holen sie aus umliegenden Krankenhäusern ab. Zudem kann das geschulte Team auch Transporte mit künstlicher Lunge begleiten, die zukünftig mit der neuen Intensivtrage möglich sind.

Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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