Physiker aus Erlangen steht für die Zusammenarbeit von Medizin und Technik
Rektor Univ.-Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg hat Willi Kalender aus Erlangen die Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen verliehen. Kalender, seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Medizin und Technik.
Er ist Pionier der Spiral-Computertomographie, die vor 20 Jahren den Durchbruch von der zwei- zur dreidimensionalen Bildgebung mit sich brachte. Für weitere Verfeinerungen der Technik wie die computertomographische Darstellung der Gefäße und des Herzens sowie die virtuelle Endoskopie ist er mit verantwortlich. Auch der Strahlenschutz gehörte zu seinen Arbeitsinhalten, da dieser aufgrund der neu entwickelten Methoden immer größere Bedeutung erlangte.
Kalender ist an der RWTH Aachen in dem Forschungsverbund orthoMIT engagiert. Dort wird im Rahmen der Vision „Schonendes Operieren mit innovativer Technik“ in zehn Teilprojekten mit fast 30 Partnern aus Hochschule und Industrie der orthopädische Operationssaal der Zukunft erforscht. Professor Kalender wird hier weiter an Verfahren forschen, die intraoperativ bei möglichst niedriger Dosis für den Patienten höchste Bildqualität ermöglichen.
Kalender, 1949 geboren, studierte Mathematik und Physik in Bonn und Medizinische Physik an der Universität von Wisconsin (USA), wo er auch 1979 promovierte. 1988 folgte die Habilitation an der Universität Tübingen. Von 1976 bis 1995 war Kalender bei der Siemens AG in Erlangen tätig, seither leitet er den damals neu eingerichteten Lehrstuhl für Medizinische Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Vereinigungen, Gremien und Komitees und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnung. So wurde er als erster Nicht-Amerikaner in das „Board of Directors“ der Amerikanischen Gesellschaft für Medizinische Physik gewählt und von der Europäischen Wissenschaftsstiftung mit dem Europäischen Latsis-Preis ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr erhielt er die Röntgenplakette der Stadt Remscheid, dem Geburtsort Röntgens. Aktuell hält Kalender 24 Patente für seine Entwicklungen.
Pressemitteilung der RWTH Aachen