Prof. Thomas Söding berät Benedikt XVI

Ruhr-Universität Bochum : Prof. Thomas Söding berät weiter den Vatikan. Für den Katholischen Theologen der  Ruhr-Universität Bochum ist es die zweite fünfjährige Amtszeit in der Internationalen Theologenkommission des Papstes. Sie besteht aus 30 internationalen Theologen, die grundlegende Fragen der katholischen Theologie bearbeiten. Neben dem Bochumer Wissenschaftler gehören der Kongregation zwei weitere deutsche Theologen an.

Entstanden ist die Internationale Theologenkommission 1969 nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als eine Art "Denkfabrik des Vatikans". Sie diskutiert grundlegende Themen der katholischen Theologie und stellt ihre Ergebnisse in Studien der Öffentlichkeit vor. Diese haben
zwar keine lehramtliche Autorität, sind aber sozusagen offiziöse Stellungnahmen der katholischen Kirche zu wissenschaftlichen Themen, die international, interkonfessionell und interreligiös einiges Gewicht haben. "Diese Veröffentlichung sind das Ergebnis einer ausführlichen
Diskussion mit einem breiten Konsens, an dessen Ende eine Genehmigung des Papstes steht", erklärt Thomas Söding. Die Themen werden von Rom selbst oder aus dem Meinungsbild der Kommission abgeleitet, insgesamt bearbeitet die Theologenkommission pro Amtsperiode zwei bis drei größere Themengebiete. Die letzte Studie hatte das Naturrecht zum Thema, eine transreligiöse, philosophisch begründete Theorie universaler Ethik, besonders der Menschenrechte.

Kommission mit Bochumer Tradition

"Keine andere Universität außerhalb Roms war in den letzten Jahren so nachhaltig vertreten wie Bochum", sagt Prof. Söding. Vor Thomas Söding war bereits der Bochumer Fundamentaltheologe Prof. Hermann Josef Pottmeyer zehn Jahre lang Kommissionsmitglied. Nach einer fünfjährigen
Amtsperiode wird jeweils etwa die Hälfte der Kommission ausgetauscht, in der Regel sind die einzelnen Mitglieder in zwei aufeinanderfolgenden Amtsperioden tätig. Ernannt werden Theologen auf Empfehlung der nationalen Bischofskonferenzen. Auch Josef Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI, war Mitglied und Vorsitzender der Kongregation, und hat während seiner Amtszeit "ermöglicht, dass auch Nicht-Priester und Frauen in die Theologenkommission aufgenommen werden können", so Prof. Söding.

Von der Arbeit in der Kommission profitieren auch Studierende


Thomas Söding ist Spezialist für das neue Testament. Schwerpunkt seiner Forschung ist die Theologie des Apostels Paulus und seine ökumenische Bedeutung. Außerdem beschäftigt er sich mit der Frage, in welchem Sinn man die christliche Bibel "Heilige Schrift" nennen und auslegen kann, so dass ihr theologischer Anspruch jenseits des Fundamentalismus deutlich wird. Seine Arbeit in der päpstlichen Kommission kommt auch den Bochumer Studierenden zugute: "Mein internationaler Horizont hat sich durch die Berufung enorm erweitert", berichtet Thomas Söding über die Arbeit mit Kollegen aus Ländern wie dem Libanon oder Hongkong. Diese Erkenntnisse bindet der Theologe in die eigene Lehre und Forschung ein.

Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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