Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Prof. Dr. Wilhelm Lorenz vom Institut für Chemie der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) nimmt an einem Workshop der "Germany Alumni Green Group" (GAGG) zum nachhaltigen Umweltschutz in Vietnam teil, der am 13. und 14. März 2009 in Hanoi stattfindet. Eingeladen hat das
vietnamesisch-deutsche Center der Universität für
Technologie in Hanoi.
Die Industrieproduktion in Vietnam hat sich in den letzten
Jahren mit einer Wachstumsrate von durchschnittlich 10 bis
15% pro Jahr rasch entwickelt. Da die Industrie der größte
Verbraucher natürlicher Ressourcen und der größte Erzeuger
belastender Abfallprodukte ist, sind Umweltbelastungen auch
in Vietnam ein Preis der Industrialisierung. Vietnam hat
daher begonnen, den Umweltschutz in die Wirtschaftspolitik
einzubeziehen. Seit 1986 gibt es staatliche Strategien zum
Schutz der Umwelt, seit 1993 ein Umweltgesetz, dazu
Verordnungen für Bergbau, Energie und Chemie. Dazu
erhielten erste Betriebe Zertifikate für eine
umweltgerechte Produktion.
Insbesondere der Forschungsbedarf auf dem Gebiet des
nachhaltigen Umweltschutzes ist in Vietnam sehr hoch.
Vietnamesische Wissenschaftler wenden sich daher auch an
international gefragte Umweltwissenschaftler, um mit deren
Erfahrungen und Forschungsergebnissen nach Lösungen für
ihre Probleme in Vietnam zu suchen.
Besondere Beziehungen
gibt es traditionell zu deutschen Wissenschaftlern. Der
Alumni-Workshop der GAGG in Hanoi dient dem
wissenschaftlichen Austausch der vietnamesischen
Wissenschaftler über aktuelle Forschungsergebnisse und
Erfahrungen verschiedener umweltwissenschaftlicher Ansätze.
Zu Beginn des Workshops referieren jedoch zwei deutsche
Wissenschaftler: Prof. Dr. Günter Meon von der Technischen
Universität Braunschweig und Prof. Dr. Wilhelm Lorenz von
der MLU. Er spricht über "40 Jahre Umweltchemie in
Deutschland - von der 'end of pipe'-Strategie zur
Nachhaltigkeit".
Prof. Dr. Wilhelm Lorenz lehrt und forscht am Bereich
Lebensmittelchemie und Umweltchemie des Instituts für
Chemie der Naturwissenschaftlichen Fakultät II der MLU. Er
ist Vorstandsmitglied der Fachgruppe Umweltchemie und
Ökotoxikologie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker
(GDCh).
Bereits auf der GDCh-Jahrestagung im Oktober 2006
in Halle hat der Umweltwissenschaftler über so genannte
"end of pipe"-Lösungen zur Nachhaltigkeit im Umweltschutz
gesprochen. Damit gemeint sind Lösungen, bei der
industrielle Prozesse so geplant werden, dass Abfälle,
Abgase oder Abwasser so wenig wie möglich entstehen.
Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg