Philipps-Universität Marburg: Die größte deutsche mikrobiologische Gesellschaft VAAM wählte Marburger Mikrobiologen zum Ehrenmitglied: Damit würdigt sie Rudolf Thauers besondere wissenschaftliche Leistungen, sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seine Arbeiten in Wissenschaftsorganisationen und als international hoch geschätzter Gutachter.
Laut VAAM (Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie) habe Thauer bahnbrechende Arbeiten zur Biochemie, Physiologie und Ökologie von Mikroorganismen geleitet. Dabei sei ihm ein besonderes Anliegen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So sind alleine 17 seiner ehemaligen Schüler heute Professorinnen und Professoren.
Rudolf Thauer vertrat von 1976 bis zu seiner Pensionierung 2005 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Mikrobiologie am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität. Als einer der Gründungsdirektoren des Marburger Max Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie hat er 1991 bis 2007 die Abteilung für „Biochemie“ geleitet. Nach seiner Pensionierung als Max Planck-Institutsdirektor im Jahr 2007 wurde er auf Vorschlag des Präsidenten der Max Planck Gesellschaft zum Leiter einer „Emeritus Group“ am Max Planck-Institut ernannt. „Nicht zuletzt durch die Arbeit und das Engagement von Professor Thauer ist es zu einer engen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zwischen den am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität angesiedelten Arbeitsgruppe und dem in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegenen Max Planck Institut gekommen“, sagt der Marburger Biologe Prof. Dr. Erhard Bremer.
Thauer wurde mit vielen wissenschaftlichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, darunter mit dem höchsten deutschen Wissenschaftspreis, dem „Leibniz Preis“, und Ehrendoktorwürden verschiedener Universitäten. Ebenso zeigt sich das hohe wissenschaftliche Renommee, das Thauer international genießt, darin, dass er
noch nach seiner Pensionierung als Max Planck-Direktor einen Ruf als Professor
für Mikrobiologie an die „University of Illinois at Urbana-Champain“
(USA) erhalten hat. Von 1983 bis 1987 war Thauer Vizepräsident der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, zurzeit ist er einer der Vize-Präsidenten der Deutschen
Wissenschaftsakademie „Leopoldina“.
Nach den Regularien der VAAM wird
die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft auf der kommenden VAAM-Jahrestagung in
Hannover im Jahre 2010 erfolgen. Nur wenige Personen wurden bisher mit einer
VAAM-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Mit der Verleihung einer
Ehrenmitgliedschaft würdigt VAAM Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die
sich in hervorgehobener Weise um die Förderung des Fachgebiets Mikrobiologie
verdient gemacht haben, über ein international herausragendes wissenschaftliche
Renommee verfügen und die Belange der VAAM in besonderer Weise gefördert haben.
Mit über 3000 Mitgliedern ist die
VAAM die größte mikrobiologische Fachgesellschaft in Deutschland und vertritt
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschung und Industrie gegenüber
wissenschaftlichen Organisationen, den Behörden und der Öffentlichkeit. Die
Bandbereite der von VAAM-Mitgliedern vorangetriebenen Forschung reicht von
Bakterien zu Pilzen, von Grundlagenforschung mit mikrobiellen Systemen, über
Genomanalysen von Mikroorganismen, Umweltmikrobiologie, mikrobielle Systematik,
bis hin zu der industriellen Nutzung von Mikroorganismen für die Biotechnologie
als Produktionswirte für Antibiotika, Metabolite und Proteine. Ein besonderes
Anliegen der VAAM ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem
Gebiet der Mikrobiologie mit all seinen unterschiedlichen Facetten. Zusammen
mit anderen biologischen Fachgesellschaften publiziert die VAAM die Zeitschrift
BIOspektrum.
Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg