Prof. Dr. Josef Lutz nimmt Stellung zum Qimonda-Werk in Dresden

Technische Universität Chemnitz: "Qimonda in Dresden hat eine Technologie entwickelt, die den Stromverbrauch von Arbeitsspeichern um 40 Prozent verringert. Im Interesse des Erhalts einer lebenswerten Umwelt ist es dringend erforderlich, diese Technologie so schnell wie möglich und im Massenumfang einzusetzen.

Dies wird nicht im Selbstlauf erfolgen, es bedarf Vorschriften für energiesparsamere Speicher", sagt Prof. Dr. Josef Lutz, Inhaber der Professur Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit der TU Chemnitz. Festplatten und CDs seien Auslaufmodelle, bald lösten Speicherchips sie ab. Da jedoch der Markt nicht auf den Schutz der Umwelt achte, sondern lediglich auf die maximale Rendite, fordert Lutz ein Eingreifen der Politik: "Von politischer Seite sollte für Computer und Server der Einsatz energiesparender Prozessoren und Speicher vorgeschrieben werden."

Lutz berichtet: "Zehn Prozent des elektrischen Stroms weltweit wird von Rechnern und Servern verbraucht. Das ist mehr als alle elektrische Energie, die durch regenerative Energiequellen, also beispielsweise Windräder und Solaranlagen, erzeugt wird." 9,5 Millionen Server gab es 2006 weltweit, bis zum Jahr 2011 soll ihre Zahl auf 30 Millionen steigen. Mit dem Stand der Technik von 2009 bedeutet das eine gewaltige Zunahme des Verbrauchs elektrischer Energie, der Teile der Anstrengungen zur Umstellung auf regenerative Energien wieder zunichte machen kann, wie der Chemnitzer Wissenschaftler erklärt.

Der Löwenanteil der Energieverluste entfalle auf die Prozessoren und Speicher. Erst seit kurzem gibt es so genannte "Low Power Design Tools" für Prozessoren, die den Energieverbrauch reduzieren. "Das hat sich noch nicht durchgesetzt. Denn die Optimierung geschieht einseitig auf höhere Rechenleistung", sagt Lutz und ergänzt: "Den Herstellern von Rechnern und Servern sollte vorgeschrieben werden, in kurzer Zeit energiesparsame Techniken einzusetzen. Neue Rechner und Server sind mit energieeffizienten Speichern auszustatten. Es wäre auch angebracht, vorhandene energieverschwendende Server mit effizienten Speichern nachzurüsten. Wird das durchgesetzt, so wird das insolvente Qimonda-Werk in Dresden dringend gebraucht - mit allen 3.000 Arbeitsplätzen sowie weiteren Neueinstellungen", betont Lutz.

Pressemitteilung der Technische Universität Chemnitz



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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