Politikwissenschaftler veröffentlichen Sammelband zur Zukunft der Volksparteien

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn : Bleiben die Volksparteien auch in Zukunft unverzichtbare Elemente des deutschen Parlamentarismus? Wie ist es um ihren Zustand und ihre Zukunft bestellt? Zwei Politikwissenschaftler der Universität Bonn haben eine Vielzahl von Autoren zusammengebracht, die Antworten auf diese und andere damit zusammenhängende Fragen formulieren.

Im deutschen Jubiläums- und Superwahljahr 2009 ist zu Recht viel von Stabilität und Kontinuität die Rede. "Das parlamentarische System der Bundesrepublik, vor sechs Jahrzehnten im Grundgesetz normiert, hat sich bewährt", betont Dr. Volker Kronenberg. Einen wichtigen Beitrag zur politischen Stabilität, zur gesellschaftlichen Integrationsfähigkeit und administrativen Handlungsfähigkeit des Landes hätten von Anfang an die Volksparteien CDU, CSU und SPD geleistet. "Doch nie waren die großen Parteien in Deutschland kleiner, nie die kleinen Parteien größer", konstatiert Kronenberg. So mancher politische Beobachter stimmt daher schon Grabgesänge auf den Typus "Volkspartei" an. Manche von ihnen sehen gar bereits die Tage der SPD als zweitstärkste Kraft auf Bundesebene gezählt.

Kronenberg hat zusammen mit dem Bonner Politologen Professor Dr. Tilman Mayer eine Analyse zum Zustand und zur Zukunft der Volksparteien herausgegeben. Die verschiedenen Autoren werfen darin einen differenzierteren Blick auf die deutsche Parteienlandschaft. "Die Beiträge nehmen Konzepte, Konkurrenzen und Konstellationen der Parteien unter die Lupe - ein reizvolles Unterfangen, zumal im Wahljahr 2009", sagt Professor Meyer. Der Band zeigt einerseits, wie "Volksparteien" heutzutage attraktiv und erfolgreich bleiben und damit weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Regierungssystems leisten können. Aber auch Zustand und Zukunft der FDP, der Grünen und der Linkspartei werden thematisiert.

In dem Sammelband melden sich prominente Vertreter aus Wissenschaft und Publizistik mit teilweise auch unbequemen Positionen zu Wort. Zu den Autoren zählen unter anderem Franz Walter, Andreas Rödder, Heinrich Oberreuter, Eckhard Jesse, Michael Borchard, Klaus-Peter Schöppner oder Norbert Seitz.

Volker Kronenberg/Tilman Mayer (Hrsg.): Volksparteien: Erfolgsmodell für die Zukunft? Konzepte, Konkurrenzen und Konstellationen, Freiburg im Breisgau 2009

Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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