Perspektiven zur Hemmung von HIV-1

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg : Die Pandemie AIDS wird durch das Humane Immundefizienz-Virus-1 (HIV-1) ausgelöst und stellt nach wie vor ein globales Gesundheitsproblem dar. In neuen Arbeiten, die jetzt im Journal of Virology veröffentlicht wurden [Jochmann et al., J. Virol. 83, 3704 – 3718 (2009)], entdeckte die Abteilung Molekulare und Experimentelle Chirurgie (Leitung: Prof. Dr. Michael Stürzl) der Chirurgischen Klinik zusammen mit Arbeitsgruppen der Hautklinik, des Virologischen Instituts und der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen, dass der Zuckerstoffwechsel der Zelle die Vermehrung von HIV-1 unterdrücken kann.

Grundlage hierfür ist ein Enzym, das die Fachbezeichnung O-GlcNAc-Transferase (OGT) trägt. OGT wird durch erhöhte Zuckerkonzentrationen aktiviert und hemmt die Vermehrung der AIDS-Viren. „Die klinische Perspektive dieser Entdeckung könnte darin liegen, dass Medikamente, die OGT aktivieren, bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen eingesetzt werden und somit eine Erprobung zur unterstützenden Behandlung von AIDS-Patienten möglich sein könnte“, sagt Prof. Stürzl. Der Wissenschaftler betont, dass es sich bisher ausschließlich um Ergebnisse der Grundlagenforschung handelt. „Diese Ergebnisse müssen jetzt sorgfältig in der Praxis überprüft werden.“ Derzeit gebe es noch keine Alternative zur hoch-aktiven antiretroviralen Therapie (HAART), die gegenwärtig sehr erfolgreich zur Behandlung der AIDS-Erkrankung eingesetzt wird. „Sollte sich der antiretrovirale Effekt von OGT in klinischen Studien bestätigen, so könnte eine stoffwechselbezogene Therapie jedoch eine wirksame Unterstützung zur HAART darstellen“, ist Prof. Stürzl überzeugt.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg



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