Oberstufenschüler können an der Universität Mainz in beliebige Vorlesungen gehen

Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Die Jüngsten sind erst 16 oder 17 Jahre alt und sitzen schon mittendrin, mitten im Hörsaal unter all den anderen Studierenden, die einer Vorlesung über Finanzwirtschaft folgen. Dabei haben sie das Abitur noch lange nicht in der Tasche. „Aber sie sind hoch motiviert und kriegen das sehr gut hin“, beurteilt Dipl.-Kffr. Kim Le vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und BWL ihre jungen Studentinnen und Studenten.

Frühstudierende, so heißen die Schülerinnen und Schüler, die neben dem normalen Schulalltag noch Vorlesungen und Übungen an der Universität besuchen, oft weil sie sich an der Schule unterfordert und nicht ausgelastet fühlen. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stehen ihnen sämtliche Studienfächer offen, von der Biologie zur Soziologie, von der Filmwissenschaft bis zur Mathematik. Selbst zulassungsbeschränkte Fächer wie Medizin oder Psychologie können besucht werden.

Die Johannes Gutenberg-Universität hat das Frühstudium im Jahr 2004 eingerichtet und bietet damit besonders begabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, schon frühzeitig Uni-Luft zu schnuppern und dabei Leistungsnachweise zu erwerben, die bei einem späteren Studium in Rheinland-Pfalz angerechnet werden. Zurzeit machen davon 29 Frühstudierende Gebrauch, die aus dem Großraum Mainz auf den Campus kommen. Ihre Schulleitung hat ihnen eine besondere Begabung bescheinigt und die Erlaubnis erteilt, auch während des laufenden Schulunterrichts die Lehrveranstaltungen an der Uni zu besuchen. „Eine Evaluation unserer Qualitätssicherung hat gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Doppelbelastung ganz gut zurechtkommen“, sagt Le.

Frühstudierende müssen einerseits den versäumten Schulstoff nachholen und sich andererseits an der Universität auf eine andere Lehr- und Lernweise einstellen sowie die fehlenden Grundlagen für ihr jeweiliges Fach sich selbst aneignen. Dazu braucht es Durchhaltevermögen, bis die ersten Hürden gemeistert sind – und dann lohnt sich der Aufwand offenbar. Umfragen unter den Frühstudierenden zeigen, dass sie nicht nur am Lernstoff Gefallen finden, sondern auch am studentischen Alltag. Als einen wesentlichen Gewinn des Frühstudiums nennen die Schülerinnen und Schüler, dass sie in diesem Rahmen sozusagen das Studieren lernen und somit bereits wissen, was nach dem Abitur auf sie zukommen wird, sowohl im Hinblick auf das Lernverhalten, als auch hinsichtlich der Orientierung innerhalb der Hochschule. „Wir haben bisher nur positive Rückmeldungen erhalten“, berichtet Le mit einem Hinweis darauf, dass die Vorlesungen und Übungen an der Uni ganz ohne Druck besucht werden können. Denn ein Nichtbestehen von Prüfungen hat auf das spätere Studium keinen Einfluss.

Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz



© www.hochschulnachrichten.com   Freitag, 20. März 2009 11:58 c.kexel

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