Neue Testverfahren für Fahrprüfungen und gute Animationen für den Unterricht

Universität des Saarlandes: Die Pädagogische Psychologie beschäftigt sich damit, wie Forscher und Lehrer Wissen anschaulich vermitteln können. An der Universität des Saarlandes findet vom 7. bis 9. September die 12. Fachtagung Pädagogische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie statt. Zu der Tagung kommen renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Auch die Saarbrücker Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsprojekte und -ergebnisse.

Ein Auto, davor ein Verkehrsschild, die Straße und verschiedene Pfeile – die Fragebögen mit den kleinen Bildern, die im theoretischen Fahrunterricht verwendet werden, kennt wohl jeder. Mit diesen Fragebögen und insbesondere mit den Bildsequenzen beschäftigen sich die Pädagogischen Psychologen Professor Roland Brünken und Professor Susanne Buch mit ihren Mitarbeitern in einem Forschungsprojekt. Sie erarbeiten Grundlagen für die Gestaltung computerbasierter Prüfaufgaben in der theoretischen Führerscheinprüfung. Zusammen mit Experten und Fahrlehrern entwickeln sie einen Pool von Beispielaufgaben, die anschließend getestet werden. So entsteht eine Art Anleitung, auf deren Grundlage Experten neue Aufgaben generieren können. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der RWTH Aachen und der Universität Duisburg Essen analysieren die Saarbrücker Erziehungswissenschaftler auch die Wirkung der Fahrerlaubnis auf Probe und arbeiten an einer Optimierung der Regelungen. Beide Forschungsprojekte werden von der Bundesanstalt für Straßenwesen finanziert.

Seit die Beamer Einzug in den Uni- und Schulalltag gehalten haben, arbeiten immer mehr Lehrer und Professoren mit Bildern und Animationen, die unter anderem Prozesse und Wirkmechanismen veranschaulichen. Ein populäres Beispiel dafür ist die animierte Wetterkarte im Fernsehen. Animationen können aber auch räumliche Strukturen erklären, beispielsweise in der Geographie oder in der Anatomie. Ob und wie man mit Animationen bessere Lernerfolge erzielt, erforschen Erziehungswissenschaftler und Psychologen der Saar-Uni in verschiedenen Projekten.

Professor Brünken und seine Mitarbeiter untersuchten dabei beispielsweise den Zusammenhang zwischen räumlichen Fähigkeiten und visuellen Präsentationsbedingungen in einer Multimedia-Präsentation. Dabei haben sie einen Unterschied festgestellt zwischen Animationen, die sich bewegen und statischen Darstellungen, auf denen mit Pfeilen eine Bewegung angedeutet wird. Von den Animationen können auch Lernende profitieren, deren räumliche Fähigkeiten nicht so ausgeprägt sind. Sie haben allerdings Probleme mit statischen Bildern, auf denen Bewegungen nur durch Pfeile angedeutet werden. In diesem Fall hängt nämlich der Lernerfolg stark von den räumlichen Fähigkeiten ab. Damit in Zukunft auch Menschen mit weniger guten visuellen Fähigkeiten bei Präsentationen etwas lernen können, entwickeln die Wissenschaftler in einem DFG-geförderten Projekt Empfehlungen für die Gestaltung.

Pressemitteilung der Universität des Saarlandes



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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