Neue Dialektometrie und weitere aktuelle Projekte am Augsburger Lehrstuhl

für Deutsche Sprachwissenschaft

Ein erfolgreich angelaufenes DFG-Projekt "Neue Dialektometrie", einen "Sprechenden Sprachatlas von Bayern", den Start der 6. Ergebungsrunde zum "Atlas der deutschen Alltagssprache" sowie zwei neue Publikationen zur Sprachgeographie und zum erweiterten Appositiv haben Prof. Dr. Stephan Elspaß und seine Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft der Universität Augsburg zu vermelden.

Neue Dialektometrie

Gewissermaßen im Übergang vom "Jahr der Geisteswissenschaften" zum "Jahr der Mathematik" ist im Frühjahr 2008 bereits das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für zwei Jahre geförderte interdisziplinäre Projekt "Neue Dialektometrie mit Methoden der stochastischen Bildanalyse" angelaufen. Es wird von Prof. Dr. Stephan Elspaß (Sprecher) in Zusammenarbeit mit seinem Augsburger Kollegen Prof. Dr. Werner König und den Ulmer Mathematikern Prof. Dr. Volker Schmidt und Prof. Dr. Evgeny Spodarev geleitet.

Ziel des Projekts ist es, mit Hilfe der mathematischen Morphologie und räumlichen Statistik eine neue Methodologie für die Analyse von räumlich aufgelösten sprachlichen Daten und ihre Umsetzung in einem komponenten-basierten Software-Ansatz zu erarbeiten. Grundlage für die Arbeit sind die Daten des in Augsburg von einem Team um Prof. Dr. Werner König erarbeiteten großen "Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben". An diesen Daten sollen auch die Methoden entwickelt und die Programme erprobt werden.

Das breite Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten des zu entwickelnden Systems soll vor allem erprobt werden an der Frage des Zusammenhanges von sprachlichen Struktureigenschaften und Verbreitungstypologie. Derzeit arbeiten die Nachwuchsforscher Simon Pickl M.A. (Augsburg) und Dipl.-Math. oec. Jonas Rumpf (Ulm) an dem Projekt. In den nächsten Monaten wird das Team durch zwei weitere wissenschaftliche Mitarbeiter sowie studentische Hilfskräfte verstärkt werden (mehr: http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/projekte/dialektometrie/ )

Sprechender Sprachatlas

Anfang Dezember 2008 ging der "Sprechende Sprachatlas von Bayern" online und hat seitdem ein großes Medienecho ausgelöst. Er ist unter http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/sprachatlas/ online begeh- und vor allem abhörbar.

Die dem Projekt zugrundeliegenden Karten stammen aus dem "Kleinen Bayerischen Sprachatlas" von Prof. Dr. Werner König und Dr. Manfred Renn, der 2006 im dtv-Verlag München erschienen ist und mit mehr als 120 Karten und dazugehörigen Kommentaren einen wissenschaftlich fundierten und dennoch auch für den Laien verständlichen Überblick über die Vielfalt der Dialekte Bayerns bietet.

Der "Sprechende Sprachatlas von Bayern" wurde zwischen 2006 und 2008 unter der wissenschaftlichen Leitung Königs von Renn bearbeitet und von SEGIN-Navigation, München, in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek technisch realisiert (vgl. auch http://idw-online.de/pages/de/news297867 ).

Sprachgeographie digital

Seinen Ruf, eines der in Deutschland führenden Zentren moderner dialektologischer Forschung zu sein, unterstreicht der Augsburger Lehrstuhl auch mit dem unlängst von Elspaß und König herausgegebenen Sammelband "Sprachgeographie digital". Er stellt 15 laufende oder inzwischen abgeschlossene Sprachatlas-Projekte im deutschsprachigen Raum vor und diskutiert sie (mehr: http://www.olms.de/pcgi/a.cgi?ausgabe=index&T=1229417650047haupt_olms=http://www.olms.de/pcgi/a.cgi?T=1229417650047&alayout=428&ausgabe=detail&aref=14762 ).

Atlas zu deutschen Alltagssprache

Nicht zuletzt präsentieren Elspaß und sein Lütticher Kollege Dr. Robert Möller in diesem Band "Sprachgeographie digital" auch den am Augsburger Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft angesiedelten "Atlas zur deutschen Alltagssprache" (AdA), der jetzt - zugleich mit der Veröffentlichung von 41 neuen Karten - in seine 6. Erhebungsrunde geht (vgl. http://www.uni-augsburg.de/alltagssprache ).

Das erweiterte Appositiv

Bereits im Sommer 2008 erschien in der Reihe "Tübinger Beiträge zur Linguistik" des Narr-Verlags die Monographie "Das erweiterte Appositiv" von Dr. Jan Claas Freienstein, übrigens Akademischer Rat am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft.

"Übrigens"? In diesem Buch geht es um die linguistische Beschreibung von Konstruktionen des Typs "..., übrigens Akademischer Rat am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft, ...", die aus einem Funktionslexem wie "übrigens" oder "bekanntlich" o. ä. und einer sogenannten "lockeren Apposition" bestehen.

Dieser bisher in der grammatischen Literatur kaum behandelte Konstruktionstyp wird von Freienstein einer linguistischen Analyse unterzogen, die topologische, pragmatische und textuelle Aspekte der Darstellung und Erklärung in den Vordergrund rückt. Der traditionell auf die Satzgrenze bezogenen Perspektive wird eine textbezogene Perspektive entgegengestellt, die das Vertextungspotential erweiterter Appositive ergründet. Als Ergebnis seiner Untersuchung präsentiert Freienstein einen empirisch fundierten Begriff des erweiterten Appositivs (mehr: http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=978-3-8233-6440-5 ).

Pressemitteilung der Universität Augsburg



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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