Nationaler Tag gegen den Tumorschmerz am 11. März

Ruhr-Universität Bochum: Etwa zwei Drittel aller Krebspatienten in Europa leiden trotz ärztlicher Betreuung unter chronischen Schmerzen - jeder dritte wünscht sich deshalb sogar einen schnellen Tod. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, den Schmerz zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Ärzte und Patienten über diese Möglichkeiten zu informieren ist Ziel des nationalen Aktionstages gegen Tumorschmerz, den der Arbeitskreis Tumorschmerz der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) am 11. März ausruft.

Bundesweit sind an diesem Tag Aktionen geplant. Der Tag findet statt im internationalen Jahr gegen den Tumorschmerz der International Association for the study of Pain (IASP, deutsche Sektion ist die DGSS). Deutschland ist Schlusslicht Eine europäische Studie mit über 12.000 Patienten in zwölf Ländern aus dem Jahr 2002 förderte die erschreckenden Ergebnisse zutage. Über 30 Prozent der befragten Tumorpatienten gaben darin außerdem an, dass ihr Arzt keine Zeit gehabt hatte, mit ihnen über den Schmerz zu sprechen. Deutschland hatte an der Studie nicht teilgenommen.

Spezialisten sehen ihre Ergebnisse aber als übertragbar an. "Dass es mit der Versorgung von Tumorschmerzpatienten bei uns im europäischen Vergleich eher schlechter aussieht, kann man zum Beispiel am Morphinverbrauch ablesen", erklärt Dr. Stefan Wirz, Sprecher des Arbeitskreises Tumorschmerz der DGSS. "Deutschland ist mit 20 kg pro Jahr und Million Einwohner europaweit Schlusslicht." Kampf gegen Vorurteile Länder mit vorbildlicher Tumorschmerzversorgung wie etwa Dänemark verbrauchen bis zur vierfachen Menge an Opiaten. "Opiate werden immer noch zu Unrecht mit passiver Sterbehilfe in Verbindung gebracht", so Wirz. "Da müssen wir Vorurteile abbauen." Er sieht das Problem unter anderem in mangelnder Ausbildung der Ärzte, die seit der neuen Approbationsordnung ihr Studium abschließen können, ohne je mit dem Thema Schmerztherapie in Berührung gekommen zu sein.

Auch fehlen für Deutschland verlässliche Zahlen über die Häufigkeit von Tumorschmerz, die es erlauben würden, entsprechende Versorgungsstrukturen politisch einzufordern. Mit dem Tag gegen den Tumorschmerz starten die Spezialisten jetzt eine Informationsoffensive. Bundesweite Aktionen Bundesweit planen die Mitglieder des Arbeitskreises dezentrale Veranstaltungen, darunter Informationstage für Patienten und Angehörige, Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und eine Telefonaktion. Aktionen werden unter anderem stattfindet in Bad Honnef, Würselen, Bocholt, Rostock, Ludwigshafen, Potsdam und Geesthacht.

Pressemitteilung der Ruhr-Univeristät Bochum



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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