Moderne Gefäßmedizin und Hightech im Operationssaal

Technische Universität Chemnitz: Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. 43 Prozent der Todesfälle im Jahr 2007 - in Zahlen ausgedrückt 827.155 - gehen auf diese Ursachen zurück. Bisher mussten für viele Gefäßoperationen große Schnitte durch die Chirurgen gemacht werden.

In den letzten Jahren haben sich jedoch immer neuere und den Patienten weniger belastende Diagnostik- und Operationsmethoden durchgesetzt, die häufig nur noch kleinste Schnitte benötigen oder ganz auf diese verzichten können. Diese moderne Technik ist jedoch häufig sehr viel teurer, aber für den Patienten und dessen schnelle Genesung oftmals besser.

Diesen Methoden widmet sich Dr. med. Sven Seifert, Chefarzt der Klinik für Thorax-, Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie des Klinikums Chemnitz, am 29. April 2009 im Rahmen der Vortragsreihe "Medizin im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Gesellschaft" in seinem Vortrag. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr im Raum 204 des Universitätsteiles Strasse der Nationen 62. In seinem Vortrag "Neue Diagnostik- und Behandlungsverfahren in der Gefäßmedizin - Möglichkeiten und Grenzen" wird Seifert auf folgende Entwicklungen besonders eingehen: die interdisziplinäre Ausrichtung seiner Klinik im Gefäßzentrum Chemnitz und die dadurch möglichen komplexen Operationen an der Brust- und Bauchschlagader bis hin zur laparoskopischen Aortenchirurgie und modernen Krampfaderchirurgie.

Darüber hinaus wird er über die Kohlendioxidangiographie sprechen, mit der eine herkömmliche Kontrastmittelgabe nicht mehr, wie bisher mit all den Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, nötig ist. Ein weiteres Thema im Vortrag des Gefäßchirurgen ist der Hybridoperationssaal, in Zukunft ein Hightech-OP mit der Möglichkeit der Kombination von endovaskulären (innerhalb des Gefäßes) und konventionellen Operationsmethoden. "Dadurch wird eine Operation an den Gefäßen gleichzeitig in mehreren Bereichen möglich", berichtet Seifert und fügt hinzu: "Das ist sozusagen eine gleichzeitige Reparatur von Veränderungen an den Becken-, Oberschenkel- und Unterschenkelarterien von innen und von außen."

Der Erfolg des Teams der oben genannten Klinik spricht für sich: "In Chemnitz wurden erstmals mehrere Patienten mit großen Aussackungen der Brustschlagader endovaskulär erfolgreich versorgt. Sie konnten die Klinik nach wenigen Tagen wieder verlassen", berichtet Seifert.

Dr. med. Sven Seifert, Chefarzt der Klinik für Thorax-, Gefäß- und endovaskulären Chirurgie, gastiert am 29. April 2009 an der TU Chemnitz



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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