Fachhochschule Trier: „Es
gibt auch noch gute Unternehmen in Deutschland“, ist die spontane
Reaktion eines Studenten als Professor Jörn Schneider, zuständig für
die Technische Informatik im Fachbereich Informatik der FH, die frohe
Nachricht verkündet.
Der
Kontakt zur Lauterbach GmbH mit Sitz in Höhenkirchen-Siegertsbrunn
entstand, als der Informatikprofessor ein Angebot über
Entwicklungswerkzeuge für ein geplantes Forschungsprojekt anfragte:
„Ich habe damals erwähnt, dass ich auch ein Labor für Eingebettete
Echtzeitsysteme plane. Für das Labor wäre auch eine Spende denkbar,
hieß es. Aber mit dieser Größenordnung hätte ich bei einem
Mittelständler nicht gerechnet.“
Die
vor dreißig Jahren gegründete Firma Lauterbach stellt Werkzeuge zur
Entwicklung Eingebetteter Systeme her, mit denen man die Programme
Schritt für Schritt ablaufen lassen und überprüfen kann. Insgesamt
beschäftigt Lauterbach 110 Mitarbeiter weltweit.
Die
Mittel für das noch im Aufbau befindliche Labor von Professor Schneider
stammen vom Fachbereich Informatik der FH, von der Nikolaus-Koch
Stiftung und aus der Sachspende der Firma Lauterbach. Es wird von
Studierenden der Informatik und der Elektrotechnik gleichermaßen
verwendet. Neben Laborübungen ist die Durchführung studentischer
Arbeiten im Rahmen von Forschungsprojekten geplant. Hierfür bietet die
von Lauterbach bereit gestellte Hard- und Software Unterstützung auf
dem neuesten Stand der Technik. Die Studierenden lernen hier, wie
Software für Harte Echtzeitsysteme, z.B. im Automobil, entwickelt
werden muss. „Das ist etwas ganz anderes, als Software für den PC zu
entwickeln. Bei einem Unfall muss sich ein Airbag innerhalb von 40
Millisekunden entfalten, egal ob das Betriebssystem gerade mit etwas
anderem beschäftigt ist oder nicht“, erklärt Professor Schneider in
seinen Vorlesungen.
Bei
den Forschungsprojekten des Informatikers stehen die Probleme bei der
Einführung von Mehrkernprozessoren in Echtzeitsystemen im Vordergrund.
„Man sollte meinen, dass mit mehr Prozessorkernen auch die Systeme
schneller werden - was meistens kein Schaden ist. Leider gibt es hier
die gleichen Effekte wie an der Supermarktschlange. Wenn Sie sich an
der kürzesten Schlange anstellen, kann es durchaus sein, dass Sie am
längsten warten. Auf dem PC ist das kein Problem, aber bei einem
Echtzeitsystem muss man vorhersagen können, ob zum Beispiel der Airbag
schnell genug aufgeblasen ist und man muss das Vorhergesagte
garantieren können“, erläutert Schneider die Hintergründe.
Professor
Dr.-Ing. Jörn Schneider ist seit Juli des vergangenen Jahres im
Fachbereich Informatik der FH Trier zuständig für Technische
Informatik. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Eingebetteten
Echtzeitsystemen. Zuvor war er über fünf Jahre auf diesem Gebiet in der
zentralen Forschung der Robert Bosch GmbH tätig.
Pressemitteilung der Fachhochschule Trier