Mit Computerclustern gegen Lungenkrankheiten - In Marburg startete „PneumoGRID“

Philipps-Universität Marburg: Marburger Mediziner und ihre Verbundpartner haben am vergangenen Montag, 22. Juni 2009 den offiziellen Start des „PneumoGRID“-Projekts gefeiert. Das Vorhaben führt Ärzte, medizinische und informationstechnologische Forschungsinstitute, Studienzentren und Unternehmen aus der Medizintechnik zusammen, um Computer-Services zur Diagnose und Behandlungsunterstützung von Lungenerkrankungen zu entwickeln und anzubieten. Das Konsortium wird vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert, das Gesamtvolumen beträgt 2,12 Millionen Euro.

Der Projekttitel „PneumoGRID“ setzt sich aus den Bestandteilen „Pneumo“ für Lunge und „GRID“ zusammen, dem Fachausdruck für vernetzte Computercluster. Solche GRID-Netze werden bisher eher im nicht-medizinischen Kontext wie bei der Berechnung von Wettervorhersagen genutzt. Im Rahmen von „PneumoGRID“ soll diese Technik auch Patienten mit Lungenerkrankungen zugute kommen, insbesondere bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

Bei dieser Krankheit ist die Belüftung der Lunge gestört. Um sie Atemzug für Atemzug zu untersuchen, möchten die Projektbeteiligten vernetzte Rechencluster einsetzen, da für die Verarbeitung der großen Datenmenge lokale Rechnersysteme nicht ausreichen. Als bildgebende Verfahren sollen neuartige Methoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel ein dynamisches Magnetresonanztomogramm und eine Analyse der Intensität von Lungengeräuschen, ähnlich wie beim Abhorchen des Patienten.

„PneumoGRID“ ist Teil der „D-GRID-Initiative“ des BMBF. Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität ist an dem Vorhaben durch die Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie und die Klinik für Strahlendiagnostik als Konsortialführer beteiligt. Außerdem nehmen folgende Partner an dem Projekt teil: Fachhochschule Gießen-Friedberg, Charité Universitätsmedizin Berlin, Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik Berlin, TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH, Ingenieurbüro für Medizintechnik Wettenberg, Advanced Sleep Research GmbH & Co. KG Berlin, Konrad-Zuse-Institut für Informationstechnik Berlin sowie Telematikplattform für medizinische Forschungsnetze e.V. Berlin.

Pressemitteilung der Philipps-Universität Marburg



© www.hochschulnachrichten.com   Mittwoch, 24. Juni 2009 11:28 c.kexel

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