Max-Planck-Forschungspreisträger baut Nachwuchsforschergruppe auf

Ruhruniversität Bochum: Mit dem Preisgeld des mit 750.000 Euro dotierten Max-Planck-Forschungspreises wird Preisträger Prof. Dr. Karl Galinsky, Spezialist für Klassische Philologie in Austin (Texas/USA), an der Ruhr-Universität Bochum eine Nachwuchsforschergruppe zum Thema Gedächtnisforschung und Religionsgeschichte aufbauen. "Mit diesem Preis gelingt es uns, einen hochrangigen Forscher zeitweise und zugleich nachhaltig an die Ruhr-Universität Bochum-Universität zu binden", sagt Prof. Dr. Reinhold F. Glei (RUB-Seminar für Klassische Philologie), der Galinsky für die Nominierung vorgeschlagen hat. "Wir erwarten davon entscheidende Impulse für die hiesige Forschungslandschaft."

Einer der innovativsten Köpfe

Die Forschergruppe soll aus Doktoranden und Post-Doktoranden bestehen, die zu Fragen der Religions-, Sozial- und Kunstgeschichte in der gesamten griechisch-römischen Antike arbeiten werden. Prof. Galinsky trägt dabei zu einer entscheidenden Erweiterung des wissenschaftlichen Horizonts bei, denn seine Interpretation insbesondere der Augusteischen Kultur ist weit und breit der einzige Ansatz, der die Erkenntnisse der Gedächtnisgeschichtsforschung konsequent und nachhaltig einbezieht. Die Gedächtnisgeschichte, deren Anfänge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegen, wurde zwar bereits von der Soziologie, der Geschichte, Religions-, Politik- und Neurowissenschaft sowie von der Psychologie aufgegriffen, ist aber in der Klassischen Altertumswissenschaft mit Ausnahme von Prof. Galinsky nur sehr wenig berücksichtigt worden. Galinsky gilt als einer der innovativsten Köpfe der Kulturgeschichte, der die Latinistik mit verschiedensten anderen Fachgebieten wie Kunst- und Kulturgeschichte verknüpft.

Höchste Erwartungen

Ab Wintersemester 2009 wird Prof. Galinsky, verteilt auf etwa drei Jahre, für mehrere Aufenthalte an die Ruhr-Universität kommen. Als Kenner der internationalen Forschungslandschaft und Betreuer von Forschungsarbeiten in den USA, Argentinien, Griechenland und Deutschland wird er die Interdisziplinarität und Internationalität der Ruhr-Universität nachhaltig stärken. "Seine reichhaltigen Erfahrungen in neuen Methoden der Graduierten- und Postgraduiertenförderung, sowie in der kooperativen Forschung lassen nur höchste Erwartungen zu", so Prof. Glei. Eine enge Zusammenarbeit ist insbesondere mit dem Interdisizplinären Geisteswissenschaftlichen Kolleg "Dynamiken der Religionsgeschichte" geplant. Auch eine Kooperation mit der Mercator Research Group "Structure of Memory" an der RUB ist angedacht.

Zur Person

Prof. Dr. Karl Galinsky wurde 1942 geboren und machte seinen Schulabschluss in Deutschland. Nach dem Abschluss seiner Doktorarbeit 1966 in Princeton wechselte an die University of Texas in Austin. 1972 wurde er dort zum Professor berufen. 1993 wurde er bereits mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet.

Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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