Mainz und Wiesbaden im Attraktivitätsvergleich der Innenstädte

Johannes Gutenberg-Universität Mainz : Das Geographische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz führt seit 2003 eine Langzeitstudie zur Entwicklung der Stadtzentren von Mainz und Wiesbaden durch. Im Abstand von zwei Jahren befragen Geographiestudenten unter Leitung von Prof. Günter Meyer Passanten in der Mainzer und Wiesbadener City nach ihrem Einkaufsverhalten und ihrer Beurteilung der beiden Innenstädte. Im Rahmen dieser Studie wurden 2003, 2005, 2007 und 2009 mehr als 5000 Passanten in der Mainzer und der Wiesbadener City danach befragt, wie attraktiv sie die Innenstadt der beiden benachbarten Landeshauptstädte finden.

Die Einschätzung der Mainzer Innenstadt fällt deutlich positiver aus als die Beurteilung des Zentrums der Nachbarstadt: 85 Prozent der in Mainz Interviewten und 77 Prozent der in Wiesbaden Befragten finden die Mainzer Innenstadt „attraktiv" oder sogar „sehr attraktiv". Ein ebenso positives Urteil über Wiesbaden geben nur 69 Prozent der dort und 68 Prozent der in Mainz befragten Innenstadtbesucher ab.

Dementsprechend ist der Anteil derer wesentlich höher, die die Wiesbadener Innenstadt als „wenig attraktiv" oder „unattraktiv" beurteilen: 31 Prozent der in Wiesbaden und 32 Prozent der in Mainz Befragten vertreten diese Meinung. Eine derartig negative Einschätzung der Mainzer Innenstadt findet sich nur bei 16 Prozent der Mainzer und 23 Prozent der Wiesbadener Passanten.

Im Vergleich zu 2007 hat die Mainzer Innenstadt leicht an Attraktivität verloren. Der Anteil der Passanten, die im Jahr 2009 das Mainzer Stadtzentrum als „sehr attraktiv" oder „attraktiv“ beurteilten, ist aus Mainzer Sicht um 4 Prozent, aus Wiesbadener Perspektive um 5 Prozent zurückgegangen. Dagegen hat sich die Attraktivität der Wiesbadener City nach dem Urteil der dort Befragten um 6 Prozent und der in Mainz Interviewten sogar um 7 Prozent erhöht.

„Der deutliche Attraktivitätsgewinn der Wiesbadener Innenstadt ist offensichtlich vor allem durch die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums LuisenForum und den weitgehenden Abschluss der Bauarbeiten in der Fußgängerzone bedingt“, kommentiert Meyer die jüngste Trendwende in der Kurstadt. „Der leichte Attraktivitätsverlust in Mainz – trotz Fertigstellung der Markthäuser – ist dagegen ein erstes Warnzeichen dafür, dass in Zukunft mehr getan werden muss, um die Innenstadt weiter aufzuwerten und einer Abwanderung der Kunden in die Nachbarstadt entgegenzuwirken.“

Weitere Ergebnisse werden im Rahmen des Wissenschaftsmarktes am 12. und 13. September auf dem Gutenbergplatz in Mainz vorgestellt.

Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz



© www.hochschulnachrichten.com   Freitag, 28. August 2009 12:33 c.kexel

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