Magnetische Nanopartikel eröffnen völlig neue Therapieansätze in der Medizin

Universität Bonn: Ein Traum der Medizin ist es, Schäden mit Hilfe gesunder Zellen oder durch den Transfer von Erbanlagen zu beheben. Doch wie schafft man es, die neuen Zellen oder therapeutischen Gene genau an die Stellen im Körper zu bringen, wo sie gebraucht werden?

Dieser Frage geht eine neue Forschergruppe unter Federführung der Universität Bonn nach. Die beteiligten Wissenschaftler wollen mikroskopisch kleine Nanopartikel nutzen, um Stammzellen oder Erbgut "magnetisch" zu machen. Dann wollen sie diese mittels starker Magnete an die passende Stelle dirigieren. Der Fokus der Projektpartner liegt dabei auf dem Herz-Kreislauf-System. "Einerseits zählen Herz- oder Gefäßschäden gerade in Industrieländern zu den häufigsten Erkrankungen", erklärt der Sprecher der Forschergruppe Professor Dr. Alexander Pfeifer vom PharmaZentrum Bonn. "Entsprechend wichtig ist die Suche nach zielgenauen Therapien." Außerdem werden viele Therapeutika intravenös gegeben und mit dem Blut an den Wirkort transportiert - aber eben nicht nur dorthin, sondern auch an andere Stellen im Körper.

Die Forscher wollen nun versuchen, diesen Transportweg zielgerichteter zu machen. Dazu verwenden sie magnetische Nanopartikel, mit denen sie beispielsweise Zellen oder genetisches Material magnetisch machen. "Durch starke Magnetfelder hoffen wir dann, diese Therapeutika an die Stellen im Körper dirigieren zu können, wo sie gebraucht werden", betont Pfeifer. Die Wissenschaftler können bereits erste Erfolge vorweisen. So gelang es ihnen unlängst, Stammzellen und Endothelzellen - das sind Zellen, die die Blutgefäße auskleiden - magnetisch zu machen. "In Mäusen mit geschädigten Arterien konnten wir die Endothelzellen so genau in den geschädigten Arterien positionieren", erklärt der Bonner Pharmakologe. "Damit eröffnen sich natürlich völlig neue Therapieansätze."

An der neuen Forschergruppe sind neben dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie, dem Institut für Physiologie und der Abteilung für Herzchirurgie der Universität Bonn auch die TU München, die LMU München und die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt (Berlin) beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt zunächst für drei Jahre mit rund zwei Millionen Euro; danach ist eine Verlängerung für weitere drei Jahre möglich.

Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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