MHH feiert "Tag des Lebens" am 22. August

Medizinische Hochschule Hannover: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat Grund zum Feiern: In den vergangenen 37 Jahren erhielten in Hannover mehr als 560 Kinder und Jugendliche eine neue Leber - und damit eine Chance zu überleben. Diese einmalige Erfolgsgeschichte ist Anlass genug, einen "Tag des Lebens" zu feiern, den die MHH am 22. August in den Herrenhäuser Gärten in Hannover ausrichtet. Die geladenen Gäste an diesem Tag sind die kleinen und zum Teil gar nicht mehr kleinen Patientinnen und Patienten der vergangenen 37 Jahre, ihre Eltern und Angehörigen ebenso wie Kinder, die zurzeit auf eine passende Spenderleber warten, und deren Familien. In Hannover erhalten durchschnittlich 35 Kinder im Jahr eine neue Leber.

Ihr Kommen hat auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zugesagt, die die Schirmherrschaft für den "Tag des Lebens" übernommen hat. In einem Grußwort schreibt die Ministerin: "Als Mutter weiß ich, dass die Geburt eines Kindes für die Eltern der wohl schönste Tag im Leben ist - und wir alle hoffen, dass unsere Kinder gesund zur Welt kommen und in ein unbeschwertes Leben hineingeboren werden. Da ist es schon eine große Angst und Sorge, wenn wir erfahren müssen, dass unser Kind ärztliche Hilfe benötigt, um zu überleben. Aber was für ein Glück ist es dann wiederum, wenn ärztliche Erfahrung und fachliches Können dem Kind ein neues Leben schenken."

Sabine Hornbostel, in der MHH-Kindergastroenterologie maßgeblich an der Organisation des "Tag des Lebens" beteiligt: "Wir wollen gemeinsam einen feierlichen und informativen Tag verleben, an dem der Austausch, die Begegnung und das gemeinsame Gespräch im Vordergrund stehen sollen. Ein buntes Programm mit einigen kulturellen Highlights wird den Tag rahmen, und auch eine altersgerechte, kurzweilige Kinderbetreuung ist geplant." Die gesamten Kosten für den "Tag des Lebens" werden aus Spenden finanziert, und davon, so das Organisationsteam, "brauchen wir unbedingt noch einige mehr". Zu den Sponsoren gehören bisher verschiedene Pharmazeutische Unternehmen wie Astellas oder Roche, aber auch Firmen außerhalb des Medizinbetriebs wie die Fa. Artewis, die sich durch unterhaltsame Wissenschaftskommunikation einen Namen gemacht hat.

Die Entwicklung der Lebertransplantation in Deutschland ist untrennbar mit den damaligen Pionieren aus Hannover verbunden. Die MHH hatte als eines der ersten Zentren maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Etablierung dieser Therapieform für Kinder und Erwachsene, die bis dahin unheilbar krank waren und oft körperlich und seelisch schwer zu leiden hatten. Bis heute haben weltweit mehr als 10.000 Kinder durch eine Lebertransplantation eine neue Lebenschance erhalten. In Deutschland erhalten im Jahr 80 bis 100 Kinder eine neue Leber.

Doch es war ein langer Weg, bis die Kinderlebertransplantation eine etablierte Therapie mit vorwiegend sehr guten Ergebnissen wurde. Wachsende Erfahrung der Ärzte- und Pflegeteams, technische Fortschritte sowie Verbesserungen der intensivmedizinischen und immunsuppressiven Therapien haben zu einer immer besseren Langzeitüberlebensrate der transplantierten Patienten geführt. Während die Fünf-Jahres-Überlebensrate um 1980 noch bei unter 60 Prozent lag, überlebten 1990 gut 70 Prozent der Patienten die Transplantation für mehr als fünf Jahre. Heute wird eine Langzeitüberlebensrate von bis zu 90 Prozent erzielt.

Allerdings, so betont Professor Dr. Ulrich Baumann, der Leiter des Zentrums für Pädiatrische Gastroenterologie an der MHH, wird gerade bei Kindern die Wartezeit auf ein Leben rettendes Organ immer länger. "Obwohl Kinder nach dem Gesetz innerhalb von drei Monaten nach ihrer Aufnahme in die Warteliste transplantiert werden sollten, beträgt die Wartezeit für chronisch kranke Kinder inzwischen über 400 Tage", betont er. Und Ministerin von der Leyen ergänzt: "Solange Kinder, die auf der Liste für eine Lebertransplantation stehen, sterben müssen, weil es keine passende Leber gibt, solange müssen wir in unserer Arbeit fortfahren, die Menschen von der Organspende zu überzeugen. Eine große Mehrheit unserer Bevölkerung wünscht sich im Notfall medizinische Hilfe auch durch fremde Organe; aber nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung haben einen Organspendeausweis ausgefüllt."

Pressemitteilung der Medizinische Hochschule Hannover

© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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