Universität des Saarlandes
: Der bekannte mexikanische Künstler Luis Humberto Crosthwaite, der an der nordamerikanisch-mexikanischen Grenze geboren wurde und sie zum Gegenstand seiner literarischen Texte macht, kommt am 29. November in die Grenzstadt Saarbrücken. Seine Lesung im Kleinen Theater im Rathaus, die von der Fachrichtung Hispanistik der Universität des Saarlandes veranstaltet wird, trägt den Titel „Misa fronteriza“. Eine silbrig glänzende Aluminiummauer, die sich durch eine staubige Wüstenlandschaft zieht – das Bild der scheinbar menschenleeren Grenze zwischen den USA und Mexiko ist nur zu bekannt.
Seit vielen Jahren entscheidet sich hier Tag für Tag für hunderte von Männern und Frauen aus Lateinamerika die Zukunft, beginnt hier ihr Eintritt in die Illegalität, eine Illegalität, von der inzwischen die gesamte Grenzregion erfasst wurde. Der nordmexikanische Autor Luis Humberto Crosthwaite, selbst im Grenzort Tijuana geboren, hat den harten Alltag seiner Region, der geprägt ist von Migration und Militarismus, Hoffnung und Verzweiflung, Neuanfang und totalem Verlust, zum Thema seiner literarischen Texte gemacht. Ungeachtet aller menschlichen Tragödien, verharren seine Erzählungen jedoch nie in Pessimismus und Perspektivlosigkeit. Vielmehr vermögen seine Protagonisten in Texten wie „Idos de la mente“, „Estrella de la Calle Sexta“, „Mujeres en traje de baño caminan solitarias por las calles de su llanto“ (etwa: „Verlasst die Erinnerung“, „Stern der 6. Straße“, „Einsame Frauen im Badeanzug auf dem Weg durch die Straßen ihrer Tränen“), die Begrenzungen von Zeit und Raum zu überwinden und so manchem Schicksalsschlag gar Komisches abzugewinnen.
Dem Lebensexperiment der fiktiven Gestalten entspricht das formal-ästhetische Experiment in Crosthwaites Texten, die durch Erzählformen wie Romanzen, Abenteuerromane, Telenovela und das Dokumentarische vagabundieren. Luis Humberto Crosthwaites neueste, bislang unpublizierte Komposition „Misa fronteriza“ wendet sich schließlich ironisch ins Sakrale.
Sonntag, 29. November 2009,
um 17.00 Uhr
im Kleinen Theater im Rathaus Saarbrücken
(in spanischer Sprache)
Pressemitteilung der Universität des Saarlandes