Linde Rohr-Bongard zu Gast in der Reihe „Experten im Kunstbetrieb“

Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Als vierte Gastdozentin in der Vortragsreihe am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität konnte Linde Rohr-Bongard gewonnen werden. Die Kunstexpertin und Herausgeberin des „Kunstkompass“ wird unter dem Titel „Wa(h)re Kunst?“ die Mechanismen des Kunstmarkts erläutern sowie die Preisgestaltung und -entwicklung von Kunst analysieren. Im Anschluss ihren Vortrag wird Linde Rohr-Bongard für Fragen zur Verfügung stehen.

Linde Rohr-Bongard zählt seit bald 40 Jahren zum festen Bestandteil der internationalen Kunstwelt, hat Markttrends beschrieben, das Auf und Ab der Preisentwicklungen von Kunstwerken analysiert und feste Parameter zu deren Bewertung entwickelt. Bereits Anfang der 1970er Jahre hat sie an dem von ihrem Mann Willi Bongard ins Leben gerufenen „Kunstkompass“ mitgearbeitet. Der promovierte Betriebswirt hatte 1967 das legendäre Buch „Kunst & Kommerz“ publiziert und 1970 ein Punktesystem entwickelt, mit dem er die Popularität zeitgenössischer Künstler in Beziehung zu ihrem aktuellen Marktwert setzen und so die Trends von morgen proklamieren konnte. Von 1981 bis 1987 leitete Linde Rohr-Bongard zusammen mit Willi Bongard und Joseph Beuys die „Schule für Kreativität“ in Nümbrecht. Seit dem Tod Ihres Mannes ist sie alleinige Herausgeberin des „Kunstkompass“, der international anerkannten Rangliste für zeitgenössische Kunst, die im Kunstmarkt nach wie vor eine Orientierungshilfe für die Preisgestaltung ist und Kunstinteressierten einen Überblick gibt.

Die Reihe „Experten im Kulturbetrieb“, die das Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gemeinsam mit der van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft im Wintersemester 2008/09 ins Leben gerufen hat, möchte dem kunsthistorischen Nachwuchs einen Einblick in mögliche Berufsfelder im Bereich der zeitgenössischen Kunst bieten und die Gelegenheit geben, mit Persönlichkeiten aus der internationalen Kunstszene zu diskutieren. Die Veran­staltungen richten sich an Studierende, stehen allen Interessierten offen und finden im Hörsaal des Instituts für Kunstgeschichte, Binger Str. 26, statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die „van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft“ wurde mit dem Ziel gegründet, Studierenden der Kunstgeschichte, die sich auf zeitgenössische Kunst spezialisieren möchten, auf zukünftige Berufsfelder vorzubereiten. Neben wertorientierten Grundlagen der heutigen Vermittlung zeitgenössischer Kunst sollen dabei zugleich praktische Erfahrungen und wirtschaftliches Denken weitergegeben werden, Bildung und Ausbildung also synchron verlaufen.

Das Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz baut derzeit einen neuen Lehr- und Forschungsschwerpunkt im Bereich der zeitgenössischen Kunst auf, der die etablierten Schwerpunkte (Mittelalter und Frühe Neuzeit) kompetent erweitern soll. Initiatoren sind Prof. Dr. Matthias Müller und Prof. Dr. Elisabeth Oy-Marra. Die Zusammenarbeit mit der „van der Koelen Stiftung“ ermöglicht es, den Studierenden über die akademische Lehre hinaus einen berufspraktischen Einblick in den Bereich des Galeriebetriebes und die zeitgenössische Kunstszene zu vermitteln.

Termin und Veranstaltungsort:

Mittwoch, 29. April - Institut für Kunstgeschichte, Hörsaal (4. OG), Binger Str. 26, 55122 Mainz

Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz



© www.hochschulnachrichten.com   Dienstag, 21. April 2009 18:05 c.kexel

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