LMU-Wahlbörse treffsicher in der Prognose zur Bundestagswahl

Ludwig-Maximilians-Universität München: Prognosen von Wahlergebnissen sind stets fehlerbehaftet. Besonders genau konnten die LMU-Soziologen Dr. Christian Ganser und Jochen Groß den Wahlausgang der Bundestagswahl vorhersagen: Sie haben die virtuelle Wahlbörse "Wahlstreet" (www.wahlstreet.de) eingerichtet, bei der 724 Teilnehmer mit Aktien der Parteien handeln konnten. Je näher das eigene Depot am tatsächlichen Ausgang der Wahl liegt, desto höher ist nun die Ausschüttung. Dabei zeigt sich, dass die Prognose der Wahlbörse in ihrer Vorhersage erstaunlich gut war: Im Schnitt hat sie die Stimmenanteile der Parteien im Bundestag genauer vorhergesagt als die Meinungsforschungsinstitute. Die Daten aus der Wahlbörse sollen nun einer genaueren Analyse unterzogen werden.

Sind Politiker käuflich? In der virtuellen Wahlbörse "Wahlstreet" schon. Dort konnten Teilnehmerin den Wochen vor der Bundestagswahl mit einem Startkapital von maximal 50 Euro Aktien der verschiedenen Parteien erwerben und handeln. Die Projektleiter Dr. Christian Ganser und Jochen Groß vom Institut für Soziologie versprachen sich davon tiefere Einsichten über die Funktionsweise von Prognosemärkten. Das Prinzip von Wahlbörsen beruht auf der Einsicht, dass Märkte zu jeder Zeit eine optimale Zusammenfassung vorhandener Informationen liefern und daher als bestes Prognoseinstrument anzusehen sind.

Jetzt zeigt sich, dass die Prognose der Börse vom 19. September nur eine durchschnittliche Abweichung von 0,9 Prozentpunkten aufweist - und damit die Sonntagsfragen der Meinungsforschungsinstitute aus der Woche vor der Wahl schlägt. Diese weisen - im Vergleich zum tatsächlichen Ergebnis der Bundestagswahl - eine durchschnittliche Abweichung von 2,0 Prozentpunkten pro Partei auf. Entsprechend dem tatsächlichen Ergebnis werden nun die Einsätze der Teilnehmer gemäß ihrem Depotbestand ausgeschüttet.

Da sich die Ausschüttungen am tatsächlichen Wahlergebnis orientieren, war der Anreiz für die Händler, das eingesetzte Geld so zu investieren, dass ihr Depot möglichst genau dem Wahlausgang ähnelt. Angesichts des guten Ergebnisses, werden die Daten aus der Wahlbörse nun für weiterführende Analysen herangezogen. Dabei werden etwa die Einflussfaktoren auf die individuelle Handelsaktivität der Teilnehmer untersucht. Die virtuelle Wahlbörse wurde vom Institut für Soziologie der LMU eingerichtet. Die Teilnahme war gebührenfrei. Als Händler konnte sich jeder Interessierte ab 18 Jahren betätigen.

Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

Bewerten Sie diesen Artikel

Aktionen

Architektur

Ausstellungen

Bauprojekte

Geologie

Geschichte

Gesellschaft

Handel

Hochschule allgemein

IT

Jura

Kooperationen

Kunst

Lehre

Linguistik

Literatur

Maschinenbau

Medien

Medizin

Namen & Leute

Naturwissenschaft

Pädagogik

Philosophie

Politik

Preise

Psychologie

Stipendien

Tagungen

Technik

Theologie

Umwelt

Veranstaltungen

Verkehr

Veröffentlichungen

Vorträge

Wirtschaft

aktuell



An der accadis Hochschule Bad Homburg Management studieren

HN.com durchsuchen:

  

© 2012 Hochschulnachrichten,  Alle Rechte vorbehalten.  Impressum | Anmelden