Kostbare Ottheinrich-Bibel in virtueller Pracht

Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Zu den wertvollsten mittelalterlichen Handschriften der Welt gehört die Ottheinrich-Bibel. Derzeit ist sie in einer Ausstellung des Erlebnismuseums Bibelhaus in Frankfurt am Main zu sehen. Die Besucher können die prachtvoll bebilderte Kostbarkeit dort von ganz nah betrachten – Digitalisierungsspezialisten der Universität Würzburg machen es möglich.

Die Ottheinrich-Bibel ist die älteste illustrierte Abschrift des Neuen Testaments in deutscher Sprache. Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt gab sie um 1430 in Auftrag, also rund 50 Jahre vor der Geburt Martin Luthers. Noch unvollendet gelangte die monumentale Bibel dann in den Besitz von Ottheinrich, Pfalzgraf von Neuburg und pfälzischer Kurfürst. Er veranlasste zwischen 1530 und 1532, dass die Buchmalereien in diesem monumentalen Werk fertiggestellt wurden. Lange Jahre war die Ottheinrich-Bibel in Einzelbände geteilt, die an verschiedenen Orten aufbewahrt wurden. Erst im Jahr 2007 gelang es der Bayerischen Staatsbibliothek in München, die wertvolle Handschrift zusammenzuführen. So kann sie nun erstmals komplett bestaunt werden.

Wanderausstellung bis 10. Mai in Frankfurt

Nach München bildet Frankfurt am Main die zweite Station der einmaligen Wanderausstellung „Prachtvoll – Die kostbarste Illustrierte der Welt“. Die Schau ist bis 10. Mai im Erlebnismuseum Bibelhaus am Frankfurter Museumsufer zu sehen. Dort liegt die Ottheinrich-Bibel hinter dickem Vitrinenglas. Ihrer Lichtempfindlichkeit wegen ist sie zudem nur dezent beleuchtet. Trotzdem können die Besucher ganz nah an das Werk heran und sogar darin blättern – denn es gibt eine digitale Präsentation. Der Lehrstuhl für Informatik II und die Universitätsbibliothek Würzburg haben sie im Auftrag von Bibelhaus-Leiter Jürgen Schefzyk erstellt.

Digitale Zugaben: Virtuelle Lupe und Hörproben

Die digitale Version bietet alle 146 illustrierten Seiten der Ottheinrich-Bibel als virtuelles „Blätterbuch“. Eine virtuelle Lupe dient der Vergrößerung von Text und Bild, ganz wie bei der Betrachtung einer echten Handschrift mit einer echten Lupe. Beschreibungen zu den Illustrationen ergänzen das Erlebnis. Hinzu kommt eine besondere Zugabe: Der Würzburger Mittelalter-Experte Professor Horst Brunner liest 14 Passagen aus den frühneuhochdeutschen Texten der Bibel vor. Diese Hörproben erklingen simultan zu den auf dem Bildschirm jeweils sichtbaren Textstellen. So bietet diese kleine digitale Ottheinrich-Plattform neue Zugänge zu einer der kostbarsten mittelalterlichen Handschriften der Welt. Ergänzt wird sie von einer virtuellen Aufbereitung von Ottheinrichs Reise 1536/37 nach Krakau. Diese war bereits 2008 Gegenstand eines Online-Projektes der Universität Würzburg.

Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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