Kölner Stadtarchiv - Uni Kassel verfügt über digitalisierte Dokumente

Universität Kassel: Der verheerende Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern auch ein noch nicht abschätzbarer Verlust für die Wissenschaft. Ein Lichtblick kommt dazu jetzt von der Universität Kassel: Einige der Originalquellen, die unter den Trümmern des Archivs begraben wurden, liegen hier in digitalisierter Form vor und sind über das Internet recherchierbar.

Dieser Glücksfall geht zurück auf ein Seminar des Fachgebiets "Mittelalterliche Geschichte" unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner. "Wir haben einen Teil der Kölner Ratsmemorialbücher des 14. Jahrhunderts erfasst, um festzustellen, wie Entscheidungen revidiert und neu gefasst wurden und wie dies niedergeschrieben wurde", sagt Ingrid Baumgärtner. Interessant sind dabei Randnotate (also Anmerkungen späterer Stadtschreiber), Hand- und Tintenwechsel, Schwärzungen und Streichungen sowie interlineare (zwischen den Zeilen eingefügte) Ergänzungen. "Das gibt uns wichtige Einblicke in die Arbeitsvorgänge im Kölner Rat und in der städtischen Kanzlei um 1400", so Baumgärtner. Die Gerichtsbarkeit in der mittelalterlichen Stadt ist ein wichtiger Forschungsgegenstand des Fachgebiets, wobei die Stadt Köln mit ihrem reichen Archivbestand im Mittelpunkt steht. Die Kasseler Studierenden sollten dabei lernen, dass der Umgang mit Quellen "kulturell bedingt" ist; denn Quellen können in verschiedener Form aufbereitet werden: - digitalisiert als Wiedergabe des Originals, - editiert als Wiedergabe im vollen Wortlaut in moderner Schrift, - als moderne Zusammenfassung des Rechtsinhalts ("Regest"), - übersetzt ins moderne Deutsch und so weiter.

Um zu lesen, zu übersetzen und Texte in unterschiedliche Formen bringen zu können, wurden die mittelalterlichen Quellen so Teil des umfangreichen E-Learning-Angebots der Universität Kassel und stehen jetzt für jedermann unter: www.uni-kassel.de/~tramite zur Verfügung. Es handelt sich um die in einer einzigen Handschrift sukzessiv niedergeschriebenen Ratsprotokolle, die an der Kasseler Universität bisher nur für die ersten zehn Jahre von 1397 an erfasst wurden, was nur einen sehr geringen Teil des Kölner Archivbestandes ausmacht, aber die Handschrift gehört zu den wertvollen Exemplaren, weil Ratsprotokolle in kaum einer anderen deutschen Stadt so früh einsetzen wie in Köln. "Wenn das Kölner Stadtarchiv daran Interesse haben sollte, stehen wir gerne zur Hilfe bereit", sagt Ingrid Baumgärtner.

Pressemitteilung der Universität Kassel



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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