Jurist der Saar-Uni untersucht Fallstricke für GmbH-Besitzer

Universität des Saarlandes: Wer ein Buch von jemandem kauft, der nicht der Besitzer des Buches ist, kann sich seit über 100 Jahren auf den Grundsatz des „gutgläubigen Erwerbs“ berufen. Er darf das Buch behalten, der eigentliche Besitzer hat ein Anrecht auf das Geld aus dem Geschäft. Das ist seit 2008 auch für den Kauf von GmbH-Geschäftsanteilen der Fall. In seiner Doktorarbeit an der Universität des Saarlandes hat sich der Jurist Sebastian Omlor mit den Mängeln dieser Gesetzesneuerung befasst.

Tausende deutsche Firmen sind als GmbH in Familienbesitz. Oft existieren solche Firmen bereits seit vielen Jahrzehnten, die Besitzverhältnisse sind nicht immer nachvollziehbar. Geschäftsanteile werden vererbt, an Familienmitglieder verkauft und übertragen. Die Liste im Handelsregister, in welchem die Firma mit ihren Gesellschaftern eingetragen ist, ist dementsprechend oft nicht auf dem neuesten Stand. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber vor zwei Jahren den Grundsatz des „gutgläubigen Erwerbs“ auch auf den Erwerb von GmbH-Anteilen ausgeweitet. So soll es einfacher für GmbHs werden, die Besitzverhältnisse schnell und unbürokratisch zu klären.

Sebastian Omlor hat in seiner Dissertation nun zahlreiche grundlegende Mängel des neu geregelten GmbH-Gesetzes aufgezeigt. So kann es beispielsweise passieren, dass ein Käufer für 100.000 Euro Geschäftsanteile von jemandem kauft, der überhaupt nicht der Besitzer der Anteile ist, dem Interessenten dies aber glaubhaft vorspielt. Der Käufer darf die Anteile in diesem Fall dennoch behalten. Der eigentliche Besitzer der Anteile kann dagegen den falschen Verkäufer belangen. „Sitzt der aber längst auf Kuba, hat der rechtmäßige Besitzer Pech gehabt“, so das Fazit von Sebastian Omlor.

Ein GmbH-Inhaber kann sich gegen einen solchen Betrug allerdings schützen, indem er regelmäßig die Liste des Handelsregisters auf Richtigkeit überprüft. „Dann kann er gegebenenfalls reagieren, wenn ein falscher Besitzer eingetragen ist“, so Jurist Sebastian Omlor.

Er wurde für seine Dissertation „Verkehrsschutz im Kapitalgesellschaftsrecht. Ein Beitrag de lege lata et ferenda zum System des gutgläubigen Erwerbs von GmbH-Geschäftsanteilen“ mehrfach ausgezeichnet.

Pressemitteilung der Universität des Saarlandes



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

Bewerten Sie diesen Artikel

Aktionen

Architektur

Ausstellungen

Bauprojekte

Geologie

Geschichte

Gesellschaft

Handel

Hochschule allgemein

IT

Jura

Kooperationen

Kunst

Lehre

Linguistik

Literatur

Maschinenbau

Medien

Medizin

Namen & Leute

Naturwissenschaft

Pädagogik

Philosophie

Politik

Preise

Psychologie

Stipendien

Tagungen

Technik

Theologie

Umwelt

Veranstaltungen

Verkehr

Veröffentlichungen

Vorträge

Wirtschaft

aktuell



An der accadis Hochschule Bad Homburg Management studieren

HN.com durchsuchen:

  

© 2017 Hochschulnachrichten,  Alle Rechte vorbehalten.  Impressum | Anmelden