Händel aus der Perspektive eines führenden Ägyptologen und Kulturwissenschaftler

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg : Einer der renommiertesten deutschen Kulturwissenschaftler ist am Donnerstag, 19. November 2009, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zu Gast. Im Audimax referiert Prof. em. Jan Assmann über Georg Friedrich Händel. Das vielfältige Schaffen und Forschen des Religions- und Kulturwissenschaftlers erstreckt sich von der Rezeptionsgeschichte des Alten Ägyptens über die Theologie bis hin zur Literatur und Kunst.

Assmann hat sich unter anderem mit Siegmund Freud, Thomas Mann und Mozart beschäftigt. Zwischen Musik, Geschichte, Kult und Kultur ist auch sein öffentlicher Vortrag zum Thema "Pathosformeln der Klage in Händels Rinaldo" angesiedelt.

Zeit: 19.11.2009, 19:00 Uhr Ort: Auditorium Maximum Universitätsplatz 1 06108 Halle (Saale)

"Professor Assmann hat es immer wieder verstanden, aus seiner eigentlichen Spezialdisziplin der Ägyptologie heraus Perspektiven und Problemstellungen zu eröffnen, die weit über das Fach und über Ägypten als Region hinaus gehen", sagt Prof. Dr. Burkhard Schnepel, der Geschäftsführende Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Regionalstudien - Vorderer Orient, Afrika, Asien (ZIRS), das den Referenten in Zusammenarbeit mit der Händelgesellschaft nach Halle eingeladen hat. Gemeinsam mit seiner Frau, der Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann, prägte der international anerkannte Wissenschaftler den Begriff des "kulturellen Gedächtnisses" in Deutschland.

Anhand altägyptischer Texte und der Bibel erforschte er die religiösen, kultischen und geistesgeschichtlichen Grundlagen der heutigen Welt und der "Gedächtnisspuren". Bekannt wurde der Referent auch durch seine Deutung der Entstehung des Monotheismus, dessen Anfänge für ihn im israelitischen Auszug aus Ägypten liegen. Mit dem theologischen Wandel vom göttlichen Pluralismus zum Monotheismus kam nach seiner These ein Absolutheitsanspruch und damit Intoleranz und Gewalt in die religiöse Welt. In seinen Forschungen geht es im Gegenzug in erster Linie um eine von monotheistischer Intoleranz befreite Neubewertung polytheistischer, meist als "heidnisch", "götzenbildnerisch" oder "ketzerisch" verdammter religiöser Vorstellungen und Praktiken.

Assman, 1938 in Langelsheim im Harz geboren, studierte Ägyptologie, Klassische Archäologie und Gräzistik in München, Göttingen und Heidelberg, wo er sich 1971 habilitierte. Von 1976 bis 2003 war er Professor für Ägyptologie in Heidelberg. Seit seiner Emeritierung ist er Honorarprofessor für Religionstheorie und allgemeine Kulturwissenschaft in Konstanz. Der renommierte Ägyptologe hat viele Preise und Ehrungen erhalten: Unter anderem ist er Ehrendoktor der Universitäten Yale, Jerusalem und Münster und war Gastwissenschaftler in Paris, Chicago, Santa Monica, Berlin, Wien und München. Im Jahr 2006 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg



© www.hochschulnachrichten.com   Donnerstag, 12. November 2009 11:11 c.kexel

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