Gurlt´sche Sammlung anatomischer Fehlbildungen in Berlin

Freie Universität Berlin: Als der Veterinärmediziner Ernst Friedrich Gurlt (1794-1882) im Jahre 1819 in das Institut für Veterinär-Anatomie an der Berliner Tierarzneischule eintrat, übernahm er von seinen Vorgängern Prof. Sick und Prof. Reckleben bereits eine stattliche Sammlung von 561 anatomischer Präparate.

Bereits 1841 war die Gurltsche Sammlung schon auf 3358 Präparate angewachsen. Den Schwerpunkt seiner Sammlung aus Trocken- und Feuchtpräparaten legte Gurlt auf anatomische Fehlbildungen, die Gurtl jeweils mit einer kurzen Beschreibung versah und katalogisierte.

Besonders interessante Exponate gingen in einer ausführlichen Beschreibung in Gurlt 1832 erschienenes Lehrbuch „Lehrbuch der pathologischen Anatomie“ sowie in das seit 1835 publizierte „Magazin für die gesamte Thierheilkunde“, der ersten Tierärztezeitschrift Deutschlands ein. Seit 1838 erschien in diesem Magazin zudem in unregelmäßiger Reihenfolge ein Gesamtkatalog der Gurtlschem Sammlung, in dem alle Exponate nummeriert und mit einer Kurzbeschreibung versehen verzeichnet waren.

Als Gurtl 1870 in den Ruhestand ging war die Gurltsche Sammlung auf immerhin 6418 Präparate angewachsen. Aus Platzgründen wurde die Sammlung von Gurlts Nachfolger verkleinert und nicht mehr fortgesetzt. Ein großer Teil der Fehlbildungssammlung wurde nun vom Institut für Veterinär-Anatomie in die Pathologie verlagert und dort 1945 bei einem Luftangriff zerstört.

Der erhalten gebliebene Teil der Gurltsche Sammlung bestehend aus 143 Skeletten und 105 in Alkohol konservierten Präparaten kann heute am Institut für Veterinär-Anatomie der Freien Universität besichtigt werden, so auch prominenteste Exponat der Sammlung, Condé, das Lieblingspferd Friedrich II des Großen, das - untypischerweise für die Gurltsche Sammlung, jedoch keine Fehlbildung aufwies.

GURLTschen Sammlung im Institut für Veterinär-Anatomie

Koserstraße 20 14195 Berlin-Dahlem
Während der Vorlesungszeit:
Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr, sonst 9 bis 15 Uhr

oder nach telefonischer Anmeldung bei Dr. Ruth M. Hirschberg Telefon 838 53211

(pk)



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