Hochschule Pforzheim: „Russland: Alte Großmacht mit neuen Ambitionen“ mit diesem Titel setzt das Studium Generale der Hochschule Pforzheim seine Vortragsreihe fort. Am Mittwoch, 29. Mai 2009, spricht der Russland-Experte und langjährige ZDF-Korrespondent Dirk Sager über ein Land, das er als „Pulverfass“ definiert und das ihn seit Jahren fasziniert. Die Vortragsveranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Walter-Witzenmann-Hörsaal in der Tiefenbronner Straße 65. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.
Dirk Sager zeichnet sich durch seine scharfe Beobachtung und kritische Distanz aus, gleichzeitig ist seine Faszination für Russland jederzeit spürbar. In seinem Vortrag wird er dem selbstbewussten außenpolitischen Auftreten der russischen Politiker und den bramarbasierenden russischen Generälen die Mängel und Unzulänglichkeiten des russischen Alltags entgegen setzen. Sie reichen vom Gesundheitssystem über den Wohnungsmarkt bis zur Versorgung der Rentner. Aus seiner Sicht zielt die russische Großmachtpolitik darauf ab, dass der Bürger seinen patriotischen Stolz wenigstens an der neuen militärischen Stärke aufrichten kann. Dies hat durchaus Folgen für die Internationalen Beziehungen. In diesem Zusammenhang ist auch ein kritischer Blick auf die Russlandpolitik der Europäer notwendig.
Interessant wird sein, wie der Russlandkenner Sager die neue amerikanische Administration einschätzt und zu welchen Ergebnissen seine Analyse der russisch-amerikanischen Beziehungen in der aktuellen Situation führt.
Dirk Sager begann nach seinem Studium der Amerikanistik, Politischen Wissenschaft und Publizistik seine journalistische Arbeit als Redakteur beim RIAS Berlin. Seit 1968 arbeitet er für das ZDF und war Korrespondent u. a. in Ost-Berlin und Washington. Von 1990 bis 2004 leitete er das ZDF-Studio in Moskau. Er hat damit die gesamte Umbruch-Situation der ehemaligen Sowjetunion bis zum heutigen Russland nicht nur persönlich miterlebt, sondern durch seine viele Reisereportagen intensiv journalistisch begleitet. Dies macht ihn zu einem der bekanntesten Russland-Experten in der Bundesrepublik.
Er erhielt 1997 den Deutschen Kritikerpreis gemeinsam mit Friedhelm Brebeck und Friedrich Schneider, im Jahr 2002 wurde er mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet.
Pressemitteilung der Hochschule Pforzheim