Technische Universität Chemnitz: Wissenschaftliche Nachwuchsförderung bedeutet naturwissenschaftlich-technische Frühförderung von Anfang an. Es reicht nicht aus, diesbezüglich nur in Gymnasien das Interesse von Schülern zu wecken", sagt Prof. Dr. Ulrich Heinkel, Inhaber der Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz.
Sein Kollege Prof. Dr. Heinrich Lang, der die Professur
Anorganische Chemie leitet, ergänzt: "Nur ein ganzheitliches Konzept in
allen Einrichtungen von der Kindertagesstätte über die Grundschule bis
zum Gymnasium stellt eine nachhaltige Förderung sicher. Hier sind
Universitäten und die Industrie in gleichem Maße gefragt - für mehr
Wissenschaftler und Ingenieure von morgen."
Beide Professoren wollen gemeinsam ein Kompetenzzentrum zur
naturwissenschaftlich-technischen Förderung von Kindern und
Jugendlichen in Chemnitz aufbauen und dabei ihre Erfahrungen aus
früheren Projekten einbringen. Das Spektrum reicht dabei von einer
Elektrotechnik-AG an der Grundschule Reichenhain bis hin zur
Betreuung von Gymnasiasten bei "Jugend forscht" im Gymnasium
Einsiedel.
Neben den genannten Einrichtungen sind bereits die
Grundschule Harthau, die Grundschule Einsiedel, die Comenius
Grundschule, das Johannes-Keppler-Gymnasium, das Kinderhaus
Leonardo, sowie die Kindertagesstätten "Arche Noah" und
"Kinderparadies" sowie die Kita an der Schulstraße einbezogen. Vor
allem da, wo Schulen und Kindertagestätten durch fehlende materielle
und personelle Ressourcen eine technische Förderung nicht ermöglichen
können, setzt die Universität an und unterstützt ganz gezielt durch
Mitarbeiter und Lehrmaterialien zusätzliche Lehrveranstaltungen und
Projektwochen vor Ort in den Kitas und Schulen", berichtet Heinkel. Im
Vordergrund stehe dabei, dass die Kinder und Jugendlichen
grundlegende naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge durch
eigenes, spielerisches Experimentieren sowie aktives Erleben und
Begreifen erlernen.
Im besonderen Fokus stehen die Bereiche Chemie,
Physik, Umwelttechnologie, Elektrotechnik, Biologie, Mathematik sowie
Informatik und Medien.
Mittelfristig soll die bereist bestehende Förderung an Chemnitzer Schulen
durch Mitarbeiter der TU Chemnitz in enger Zusammenarbeit mit
Schulleitern und Lehrern weiter ausgebaut werden. "Zudem wollen wir
eine ständig verfügbare, interaktive Lern- und Experimentiereinrichtung
aufbauen", sagt Lang. Hinzu kommen regelmäßig Maßnahmen zur
Lehrerfort- und Weiterbildung sowie zur Erziehungsberatung und
Elternbildung.
Innerhalb der Chemnitzer Universität ist dafür eine enge
Zusammenarbeit zwischen naturwissenschaftlich-technischen und
pädagogischen Professuren der Garant für den Erfolg des neuen
Kompetenzzentrums.
Neben Prof. Heinkel und Prof. Lang engagieren
sich bereits Juniorprofessor Stephan Odenwald (Sportgerätetechnik),
Prof. Dr. Sabine Schmidt-Lauff (Erwachsenenbildung und Weiterbildung),
Dr. Thomas Franke (Physik) sowie Ralph Sontag (Mathematik/Informatik)
für das Projekt. Künftig sollen auch Prof. Dr. Martin Gaedke (Informatik)
und Prof. Dr. Peter Ohler (Medienpsychologie) einbezogen werden.
Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Industriedrittmittel der
Professuren Anorganische Chemie sowie Schaltkreis- und
Systementwurf.
Eine Projektwoche der Grundschule Reichenhain vom 9. bis 13. März
2009 zeigt, wie naturwissenschaftlich-technischen Förderung von
Kindern praxisnah abläuft: Am 9. März besuchen Schüler der 3. und 4.
Klasse von 9 bis 12 Uhr die von der TU Chemnitz betreute "Matheinsel"
an der Grundschule Harthau. Von 8 bis 11 Uhr werden Erst- und
Zweitklässler im Uni-Teil Erfenschlager Straße 73 im Future-Truck der
TU experimentieren.
Am Dienstag besuchen die Grundschüler um 11 Uhr
eine Physik-Kindervorlesung im Hörsaalgebäude, Raum N012. Am
Mittwoch und Donnerstag stehen weitere Besuche der "Matheinsel" und
des Future-Trucks auf dem Programm. Und am 13. März dreht sich an
der Grundschule Reichenhain von 7.30 Uhr bis 15 Uhr alles um die
Elektrotechnik und um die Sportgerätetechnik.
Pressemitteilung der Technischen Universität Chemnitz