Johannes Gutenberg-Universität Mainz
: Film im Internet, im Theater, im Computerspiel und im Museum, in der U-Bahn, in der Galerie oder in der Politik – längst lässt der Film die Leinwand hinter sich und erobert den öffentlichen wie virtuellen Raum. Das Institut für Filmwissenschaft und Mediendramaturgie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz setzt im Wintersemester 2009/2010 die internationale Vortrags-reihe „Film Beyond Film // Film jenseits der Leinwand“ fort. Im ersten Vortrag der Reihe im Wintersemester spricht Heidi Schmidt, Leiterin der ARD-Online-Koordination und ARD-Dachdomain ARD.de, über "Fernsehen im Internet: Ende einer Ära oder schöne neue Bewegtbildwelt?".
In ihrem Vortrag geht Heidi Schmidt der Frage nach, ob angesichts der zunehmenden Verfügbarkeit von Programmen in Mediatheken - live, on demand oder zum Download - ein Ende des linearen Fernsehprogramms absehbar ist. Wie fortgeschritten ist das Konzept zum Abruf von Videos und Audios mittlerweile? Und wie sieht das Fernsehen der Zukunft aus? Welche Rolle spielen dabei auch reichweitenstarke Internetplattformen und Communities?
Die ARD betreibt neben der ARD Mediathek einen Channel auf YouTube und verknüpft Live-Ausstrahlungen von Wahlsendungen und vom "tatort" mit Facebook. Die BBC bietet den Usern mit Backstage.BBC.co.uk die eigenen Nachrichten zur freien Verfügung an, damit diese sie verändern und beliebig kombinieren können. Das "Creative Archive" der BBC erlaubt Zugriff auf mehrere tausend Video-Clips, ebenfalls zu kreativen Weiterverwendung. Das On-Demand-Angebot "Interactive Media Player" (iMP) der BBC bietet mehr als 190 Stunden Fernsehserien, 310 Stunden Radioprogramme sowie ausgewählte Spielfilm pro Woche kostenlos zum Download an. Abrufangebote führen dazu, dass das Fernsehen das Wohnzimmer verlässt und der Zuschauer die Couch. Ist das personalisierte Anbieter-Konzept des US-Internetradios Pandora auch eine Option für Fernseh-On-demand-Angebote? Was ist dann noch zukünftig Fernsehen? Und was kann man überhaupt in der schönen neuen Internetwelt noch als Sender anbieten, in der sowieso schon alles geklaut wird?
In ihrem Vortrag geht Heidi Schmidt, Leiterin der ARD-Onlinekoordination und der ARD-Dachdomain ARD.de, der Frage nach, wie sich die Situation für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der ARD darstellt, der angesichts der neuen Herausforderungen mit großen rechtlichen Problemen zu kämpfen hat, um seine Inhalte als On-Demand-Programm zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es nicht nur um urheberrechtliche Probleme, sondern auch um die gesetzlichen Auflagen für Telemedien aus dem neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag.
Der Vortrag findet mit freundlicher Unterstützung des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.
Der Vortrag beginnt am Mittwoch, 4. November 2009, um 19 Uhr im Hörsaal Filmwissenschaft im Medienhaus der Johannes Gutenberg-Universität, Wallstr. 11, 55122 Mainz. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.
Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz