Doppelerfolg für Martin-Luther-Universität bei Ideenwettbewerb

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Beim Ideenwettbewerb 2008 des Innovationsnetzwerks Scidea und des Hochschulgründernetzwerks UNIVATIONS haben Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) den ersten Preis und einen Sonderpreis gewonnen. Bernhard Gotter, Doktorand im Bereich Biopharmazie, siegte mit seiner Idee für optische Systeme, mit denen der Wirkstofftransport durch die Haut gemessen werden kann. Den Sonderpreis Forschung erhalten Dr. Stefan Rampp und Dr. Julian Prell von der Neurochirurgischen Klinik der MLU. Sie haben die Hallenser Ampel entwickelt, die eine Funktionsüberwachung der Gesichtsnerven während einer Operation ermöglicht. Die Preise werden heute Abend (3. Februar 2009) in Halle überreicht.

Wettbewerbssieger Bernhard Gotter arbeitet in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dr. Reinhard Neubert im Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität. Er erhält ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro, gestiftet von der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Gotters Projekt trägt den Titel "Photothermische Spektroskopie". Es geht dabei um ein technologiebasiertes Verfahren der Wirkstoffpenetration in die menschliche Haut. Gotters System läuft auf eine Kostenreduktion durch LED- statt Laser-Anregung hinaus. Um zu messen, welche Menge eines bestimmten Wirkstoffes über Arzneimittel wie Salben in die menschliche Haut eingedrungen sind, nutzt man bisher ein Laser-basiertes Messverfahren. Der Einsatz von Leuchtdioden würde die Herstellungskosten für die Analysetechnik enorm senken. Bernhard Gotter hat für sein Projekt zwei Experten vom Karlsruhe Institute of Technology als Partner gewonnen.

Bei der "Hallenser Ampel", entwickelt von Dr. Stefan Rampp und Dr. Julian Prell, handelt es sich um eine intraoperative Funktionsüberwachung der Gesichtsnerven über rechnergestützte Biosignalanalyse. Diese ermöglicht als Warnsystem die Verhinderung von Nervenverletzungen durch sofortige Anpassung der Operationsstrategie. Die beiden Entwickler erhalten ebenfalls 1000 Euro, gestiftet von der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Sie sind in der Arbeitsgruppe von Prof. Christian Strauss tätig. Strauss ist Direktor der halleschen Universitätsklinik für Neurochirurgie und setzt dort das Forschungskonzept "Die sichere Operation" um. Ein Prototyp der "Hallenser Ampel" kommt dabei bereits zum Einsatz.

Auch am dritten Platz beim Ideenwettbewerb ist die MLU beteiligt. Armin Stein und Tobias Roth von der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle haben zusammen mit MLU-Informatiker Christoph Fretter einen Handschuh zum Musizieren entwickelt. Mittels Sensoren kann der Handschuh (Projekttitel "tócala") jedes gewünschte Musikinstrument imitieren. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro kommt in diesem Fall von der Deutschen Bank.

Die Prämierungsfeier im Halloren-Schokoladenmuseum in Halle wird im Übrigen von Mitgliedern des erfolgreichen Debattierclubs "klartext" moderiert, der seit 2005 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg besteht.

Der UNIVATIONS- und Scidea-Ideenwettbewerb 2008 wurde mit der Unterstützung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, der Deutschen Bank AG, der Stadtwerke Halle GmbH, der KfW Bankengruppe, der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH und dem weinberg campus e.V. für Studierende, Absolventen, Forscher, wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoranden und Professoren aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen im südlichen Sachsen-Anhalt ausgeschrieben. Die 28 eingereichten Ideenpapiere wurden von einer hochrangigen Jury aus Vertretern der Hochschulen und der Wirtschaft bewertet.

Ziel des Ideenwettbewerbs ist, Studierende und Wissenschaftler für das Thema Selbstständigkeit zu sensibilisieren und für die Option einer Unternehmensgründung zu motivieren.

Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg



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