Der Vater des Psychotherapeutengesetzes geht in den Ruhestand

Ruhr-Universität Bochum: In fast 30 Jahre dauernden Debatten focht Prof. Dr. Dietmar Schulte als entscheidender Vorkämpfer mit zahlreichen Verbänden das Psychotherapeutengesetz durch, bis es 1999 endlich in Kraft treten konnte.

Neben diesem langen Atem beeindruckt seine produktive Karriere als Forscher und Lehrer in seinem Fachgebiet, der Klinischen Psychologie. Bei einem Symposium anlässlich seiner Emeritierung am 4. Februar (Veranstaltungszentrum Mensagebäude, Saal 2b) blickt er gemeinsam mit seinen Kollegen darauf zurück. In der Forschung widmete sich Prof. Schulte besonders der Angsttherapie und der allgemeinen Therapieforschung, etwa  Verhaltensanalyse und -diagnostik, Therapieplanung und Therapieerfolg. Zwei von ihm herausgegebene Reihen zielen auf den schnellen Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Durch die Aktivitäten an seiner Fakultät trieb er die Professionalisierung der Psychotherapie systematisch voran, etwa durch die Gründung des "Zentrums für Psychotherapie" als universitärer Ambulanz und durch den Modellversuch zur "Weiterbildung in Klinischer Psychologie", aus dem 1993 der Weiterbildende Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie hervorging.

Seinem unerschütterlichen Optimismus und seinem Verhandlungsgeschick ist es Fachkollegen zufolge zu verdanken, dass er fast 30 Jahre lang bei der Stange blieb und in einer Landschaft von 20 Therapie- und Fachverbänden weiterkämpfte, bis das Psychotherapeutengesetz 1998 endlich verabschiedet wurde. Es ermöglicht seit 1999 die Therapie von Patienten durch Psychologen auf Krankenkassenkosten. Auch sichert die gesetzliche Etablierung der Psychologischen Psychotherapie das Fachgebiet als Forschungs- und Lehrgebiet der Psychologie und verhinderte somit, dass es von der Medizin "geschluckt" werden konnte.

Vita Prof. Dietmar Schulte:

Dietmar Schulte, am 29. Februar 1944 geboren, studierte von 1964 bis 1968 Psychologie an der Universität Münster. Nach seiner Assistentenzeit in Münster und einer Lehrstuhlvertretung in Hamburg wurde er 1974 auf den Lehrstuhl für Klinische Psychologie der Ruhr-Universität Bochum berufen. Hier richtete er 1988 das "Zentrum für Psychotherapie" als Psychotherapieambulanz mit rund 300 Behandlungsplätzen ein. Nach einem von den Wissenschaftsministerien von Bund und Land geförderten Modellversuch zur "Weiterbildung in Klinischer Psychologie", den er 1988 ins Leben rief und bis 1993 leitete, wurde das Angebot als Weiterbildender Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie an der RUB verstetigt. 1992 wurde Schulte als Erster mit dem Deutschen Psychologie-Preis ausgezeichnet, 2004 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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