Der Emotionalen Intelligenz auf der Spur

TU Chemnitz: "Emotionale Intelligenz ist eines der prominentesten psychologischen Konstrukte der letzten Jahre. Sie ist von hoher Bedeutung im Umgang mit anderen Personen, aber auch beim Selbstmanagement", berichtet Prof. Dr. Astrid Schütz, Inhaberin der Professur Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik an der TU Chemnitz.

Wichtig ist emotionale Intelligenz beim Umgang mit Ärger und Belastungen - in Führungstätigkeiten ebenso wie in Pflege und Erziehung. Doch wie lässt sich erfassen, ob ein leitender Mitarbeiter in seinem Team Konflikte erkennen und lösen kann? Oder ob der fachlich versierte Vertriebler ein Gefühl für die Wünsche der Kunden hat? Die Chemnitzer Psychologen um Prof. Schütz geben nun gemeinsam mit Dr. Ricarda Steinmayr von der Universität Heidelberg die erste deutsche Version des Mayer-Salovey-Caruso-Emotional-Intelligence-Tests (MSCEIT) heraus. "Das ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Test zur Erfassung von Emotionaler Intelligenz", so Schütz. Das Team hat den MSCEIT ins Deutsche übertragen und adaptiert sowie in verschiedenen Untersuchungen überprüft. Der deutschsprachige Test wird im Verlag Hans Huber erscheinen und ist dann sowohl gedruckt als auch online verfügbar.

Derzeit läuft die Pilotphase, in der er für einige Wochen auf der Homepage der TU Chemnitz kostenfrei absolviert werden kann (http://www.tu-chemnitz.de/phil/tests).

Der MSCEIT basiert auf dem 4-Phasenmodell von Mayer und Salovey aus dem Jahr 1997 und erfasst die Fähigkeitsbereiche "Wahrnehmung von Emotionen", "Nutzen von Emotionen bei kognitiven Anforderungen", "Wissen um Emotionen" und "Emotionsmanagement". Ein Testdurchlauf dauert zwischen 30 und 45 Minuten und ist an jedem PC mit Internetzugang möglich. Jeder Teilnehmer erhält nach der vollständigen Bearbeitung und einigen persönlichen Angaben eine Rückmeldung zu den vier Bereichen der Emotionalen Intelligenz sowie zum Gesamtwert. Diese Rückmeldung umfasst verschiedene Standardwerte, die die Leistung zu einer vorläufigen Vergleichsstichprobe von rund 500 Personen in Beziehung setzt. Die persönlichen Daten werden im Anschluss an die Rückmeldung gelöscht und die Testdaten fließen anonymisiert in die endgültige Normierungsstichprobe ein. Angesprochen ist jeder Interessierte: "In einer Berufswelt, die auf Grund gewachsener Anforderungen immer mehr auf Zusammenarbeit und Serviceorientierung setzt, sind Fähigkeiten, die das Miteinander regulieren, von immenser Wichtigkeit auf allen Hierarchieebenen", erklärt Schütz.

Wer um seine spezifischen Stärken und Schwächen weiß, kann seine Emotionale Intelligenz trainieren. "Wir haben auch schon Anfragen von verschiedenen großen Firmen, die den Test zum Recruiting von Führungskräften einsetzen möchten", berichtet Schütz. Auch für die Eignungsüberprüfung von Pflege- und Lehrkräften biete sich der Test an.



© www.hochschulnachrichten.com    p.kexel

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