Eberhard Karls Universität Tübingen: Im Botanischen Garten der Universität sind derzeit zwei Brotpalmfarne in Blüte. Die Pflanzen der Arten Encephalartos ferox und Encephalartos altensteinii sind urtümliche Gewächse und große Raritäten im Pflanzenreich, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind.
Brotpalmfarne der Gattung Encephalartos sind im tropischen und südlichen Afrika beheimatet. Anders als ihr Name vermuten lässt, gehören sie nicht zu den Palmen oder Farnen, sondern sind als Nacktsamer entfernte Verwandte unserer Nadelbäume. Mit den Zapfen der Pflanzen, wie sie sich derzeit bei den beiden Exemplaren bewundern lassen, zeigt sich die Verwandtschaft zu den Koniferen jedoch sehr deutlich. Der intensiv lachsrosa gefärbte weibliche Zapfen des Tübinger Encephalartos ferox ist etwa fußballgroß.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen gibt es bei Palmfarnen sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen. Um erfolgreich Samen ansetzen zu können, sind blühende Pflanzen beider Geschlechter notwendig, was nur äußerst selten vorkommt. Da die in Tübingen blühenden Exemplare unterschiedlichen Arten angehören, soll die weibliche Pflanze von Encephalartos ferox mit Pollen aus den Botanischen Gärten der Universität Freiburg und von Kew in Großbritannien bestäubt werden. Das Öffnen der Zapfenschuppen, mit dem die Pflanze ihre Empfängnisbereitschaft anzeigt, wird daher mit Spannung erwartet. Im Gegenzug wird der Pollen des männlichen Exemplars von Encephalartos altensteinii unter speziellen Bedingungen tiefgefroren, um ihn bei Bedarf anderen Gärten mit blühenden weiblichen Exemplaren dieser Art zur Verfügung zu stellen.
Die Blüten der Brotpalmfarne sind noch mehrere Monate im Sukkulentenhaus zu sehen. Die Gewächshäuser sind montags bis freitags von 8.00 bis 16.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10.00 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen