Austellung über Mittelalterliche Buchmalerei

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Von Ende März bis Ende Mai dieses Jahres präsentiert das Kunsthistorische Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der Kieler Universitätsbibliothek eine Ausstellung über Arthur Haseloff als Erforscher mittelalterlicher Buchmalerei.

Arthur Haseloff (1872-1955), 1920-55 Professor am Kunsthistorischen Institut der CAU und 1927/28 Rektor der Universität, war einer der bedeutendsten Buchmalereiforscher des 20. Jahrhunderts. Entsprechend der Breite seiner Forschungen spannt sich der Bogen der Themen dieser Ausstellung von der spätantiken bis zur gotischen Buchmalerei, d.h. vom Codex Rossanensis des 6. bis zu den Ludwigspsalterien des 13. Jahrhunderts. Seine beiden bekanntesten und wichtigsten Werke zur Buchmalerei schrieb er in jungen Jahren: Eine thüringisch-sächsische Malerschule des 13. Jahrhunderts (Straßburg 1897) und Der Psalter Erzbischof Egberts von Trier. Codex Gertrudianus in Cividale (Trier 1901). In letzterem Werk gelang ihm der Nachweis, dass eine um das Jahr 1000 entstandene Handschriftengruppe mit besonders ausdrucksstarken Miniaturen, die bis heute den Inbegriff ottonischer Buchmalerei bildet, auf der Insel Reichenau im Bodensee entstanden ist. Erst seit Haseloffs Arbeit spricht man von der Reichenauer Malerschule. Vier Jahre zuvor hatte er in seiner Doktorarbeit bestimmte deutsche Bilderhandschriften des 13. Jahrhunderts zu aufeinander folgenden Gruppen und diese zu einer Schule zusammen geordnet, der von ihm so genannten Thüringisch-sächsischen Malerschule. Dieser Malerschule steht die einzige bedeutende mittelalterliche Bilderhandschrift, die in Schleswig-Holstein bis heute aufbewahrt wird, sehr nahe: das Preetzer Evangeliar. Es wurde etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts, möglicherweise in Osnabrück geschaffen. Seit mehr als 300 Jahren wird es im Adligen Damenstift Preetz aufbewahrt. Das Kunsthistorische Institut verdankt es dem Entgegenkommen der Priorin des Klosters, Viktoria von Flemming, dass diese kostbare Cimelie in der Ausstellung gezeigt werden kann. Darüber hinaus hat die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg drei illuminierte Psalterien des 13. Jahrhunderts, darunter einen der Thüringisch-sächsischen Malerschule zugehörigen Psalter, für die Ausstellung zugesagt.

Im Begleitband zur Ausstellung wird ein längerer Aufsatz Haseloffs über das Preetzer Evangeliar erstmalig publiziert. Bis in die letzten Wochen seines Lebens hinein hat er an dieser Abhandlung gearbeitet. Etwa 30 Briefe Haseloffs, die er, als er an seiner Doktorarbeit und an seiner Habilitationsschrift schrieb, unter anderem an die Mittelalterforscher Adolph Goldschmidt und Wilhelm Vöge richtete, werden im Begleitband ediert. Diese Briefe sind im Besitz von Bibliotheken und Archiven in Basel, Freiburg/Breisgau und Trier. Die Ausstellung gibt ferner Einblick in Haseloffs Lehrveranstaltungen zur Buchmalerei an der Kieler Universität. Der mühsame Prozess der Buchherstellung im Mittelalter wird in zwei Vitrinen anhand verschiedener Werkzeuge und Materialien demonstriert werden.

Der Katalog erscheint Ende April. Er wird 176 Seiten, 32 Farbtafeln und 100 Schwarz-Weiß-Abbildungen umfassen.

Das Wichtigste in Kürze

Ausstellung - Arthur Haseloff als Erforscher mittelalterlicher Buchmalerei
Ort - Universitätsbibliothek Kiel, Leibnizstraße 9
Ausstellungszeit - 25. März bis 28. Mai 2009
Öffnungszeiten - Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr, Sonnabend 9 bis 20 Uhr

Ausstellungskonzept - Prof. Dr. Ulrich Kuder

Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel



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