Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Dr. Klaus Ulrich Klein aus der Arbeitsgruppe „Neuroprotektion“ um PD Dr. Kristin Engelhard erhält die Hälfte des mit 60.000 Euro dotierten Klinisch-wissenschaftlicher Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
Für das Projekt „Monitoring of cerebral perfusion, oxygenation and metabolism during neuroanesthesia“ erhält die Arbeitsgruppe „Neuroprotektion“ aus der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz den klinisch-wissenschaftlichen Forschungspreis 2008 der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI e.V.). Die Arbeit wurde durch ein internationales Gremium unter dem Vorsitz von Sten G.E. Lindahl, Professor am Karolinska Institut in Stockholm und ehemaliger Vorsitzender des Nobelpreiskomitees für Medizin, ausgezeichnet.
Im Rahmen des anästhesiologisch- neurochirurgischen Kooperationsprojektes wurde untersucht, ob während Operationen am Gehirn durch ein neues Verfahren die Durchblutung des Gehirns und die Versorgung mit Sauerstoff überwacht werden können. Der Vorzug der Technologie liegt in der gleichzeitigen Echtzeit-Bestimmung der Messparameter. Neben Untersuchungen zum Verständnis der komplexen Funktionsweise des Gehirns sollen Zustände einer kritischen Durchblutung oder Sauerstoffversorgung bereits während der Operation aufgedeckt werden. Der von GE Healthcare gestiftete Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert, die Auszeichnung 2008 teilt sich die Mainzer mit einer Berliner Arbeitsgruppe. Jetzt hat der Business Development Manager von GE Healthcare, Christoph Lenze, den Preis offiziell an die Projektteilnehmer übergeben. Mit dem Forschungspreis sollen Projekte zum besseren klinischen Verständnis von Anästhesiologie und Intensivmedizin gefördert werden.
Das ausgezeichnete Projekt von Dr. Klaus Ulrich Klein aus der Mainzer Arbeitsgruppe der Klinik für Anästhesiologie erfüllt diese Voraussetzungen: In enger Zusammenarbeit untersuchen die Kliniken für Anästhesiologie und Neurochirurgie der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam, wie sich anästhesiologische und neurochirurgische Maßnahmen auf das Gehirn auswirken. Durch Auflegen einer spektrometrischen Gewebesonde wird während einer Operation am Gehirn die ausreichende Versorgung des Hirngewebes mit Sauerstoff unmittelbar bestimmt. Mittels Laser-Doppler-Technik kann gleichzeitig die Durchblutung des unter der Sonde liegenden Hirngewebes bestimmt werden. Die Arbeitsgruppe hat die Zuverlässigkeit der neuen Messmethode untersucht und eine gute Übereinstimmung der erwarteten Messwerte mit den tatsächlich gemessenen Werten gefunden, so dass eine zuverlässige Funktion der Messsonde wahrscheinlich ist. Aktuell wird untersucht, ob verschiedene Narkosemedikamente die Messung beeinflussen. Des Weiteren wird die Zuverlässigkeit in der Aufdeckung von Minderdurchblutung und mangelnder Sauerstoffversorgung des Gehirns während Operationen zur Beseitigung von Aussackungen der Gehirngefäße, so genannten Aneurysmen, überprüft.
Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz