Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Erfreuliches Jubiläum: Am Dienstag, 17. März 2009, wurde am
Universitätsklinikum Erlangen die 2.500. Niere transplantiert. Ein 46
Jahre alter Mann aus Franken erhielt die Niere einer ihm nahe stehenden
Spenderin, nachdem er zuvor 4 ½ Jahre wegen einer chronischen
Nierenerkrankung dialysepflichtig war. Das Transplantationszentrum
Erlangen-Nürnberg gehört bundesweit zu den zehn erfolgreichsten
Nierentransplantationszentren. Auch Nierentransplantationen bei Kindern,
kombinierte Transplantationen von Niere und Bauchspeicheldrüse und
Transplantationen bei unterschiedlichen Blutgruppen werden hier
durchgeführt.
Seit über 40 Jahren werden in enger Zusammenarbeit zwischen der
Medizinischen Klinik 4 - Nephrologie und Hypertensiologie - am
Universitätsklinikum Erlangen und Klinikum Nürnberg (Direktor: Prof.
Dr. Kai-Uwe Eckardt) und der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum
Erlangen (Direktor Prof. Dr. Bernd Wullich) Nierentransplantationen
durchgeführt. Was 1966 eine medizinische Pionierleistung war, ist heute
weitgehend medizinische Routine. Etwa 80 bis 100 Patienten erhalten
jedes Jahr in Erlangen eine neue Niere. Das Zentrum gehört damit zu den
größten in Deutschland. „Eine erfolgreiche Nierentransplantation macht
die Dialysetherapie überflüssig und ermöglicht den Patienten in vielen
Fällen ein Leben ohne wesentliche Einschränkungen“, erläuterte
Prof. Eckardt. Zur Verhinderung einer Abstoßung müssen lebenslang
Medikamente eingenommen werden, die aber in den zurückliegenden
Jahrzehnten sehr viel effektiver und nebenwirkungsärmer geworden sind.
Die wieder gewonnene Nierenfunktion nach Transplantation verbessert aber
nicht nur die Lebensqualität, sondern verringert auch die Folgeschäden
einer Niereninsuffizienz und verlängert dadurch die Lebenserwartung.
Lange Wartezeiten auf ein Spenderorgan
„Die Transplantationszahlen könnten viel höher sein, wenn nicht ein
erheblicher Mangel an Spenderorganen herrschen würde“, sagte Prof.
Eckardt. Bundesweit warten etwa 8.200 Patienten auf die Niere eines
Verstorbenen, allein am Transplantationszentrum in Erlangen-Nürnberg
sind es fast 500. Daraus resultieren mittlere Wartezeiten von 5 bis 7
Jahren. Ein wesentlicher Grund dafür ist die mangelnde Bereitschaft zur
Organspende. Obwohl die Transplantationsmedizin laut Umfragen in der
Bevölkerung grundsätzlich eine sehr breite Zustimmung findet, haben
weniger als 15 Prozent der Menschen einen Organspendeausweis. Im
Einzelfall wird eine Organspende häufig abgelehnt. Im vergangenen Jahr
ist die ohnehin niedrige Zahl der Organspenden weiter gesunken. „Dieser
Rückgang macht uns große Sorgen“, sagten Prof. Eckardt und Prof.
Wullich. Sie fordern eine intensivere gesellschaftspolitische
Auseinandersetzung mit dem Thema.
Auf Grund der sinkenden Zahl von Spenderorganen Verstorbener kommt der
so genannten Lebendnierenspende eine zunehmende Bedeutung zu. Bereits
die erste 1966 in Erlangen durchgeführte Transplantation war eine
Lebendnierentransplantation, aber zwischenzeitlich sank die Relevanz des
Verfahrens. Mittlerweile stammen 25 % der in Erlangen transplantierten
Nieren von lebenden Spendern. Das gesundheitliche Risiko des Spenders
beschränkt sich weitgehend auf den operativen Eingriff, denn die
Funktion einer gesunden Niere ist ausreichend. Dank fortschrittlicher
Verfahren ist eine Übertragung mittlerweile sogar möglich, wenn die
Blutgruppen von Spender und Empfänger nicht übereinstimmen.
Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg