MHH feiert Tag des Lebens: über 560 Kinder-Lebertransplantationen

Medizinische Hochschule Hannover : Mit 600 großen und kleinen Gästen hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) am Sonnabend, 22. August 2009, ihren "Tag des Lebens" gefeiert. Anlass waren mehr las 560 erfolgreiche Kinderlebertransplantationen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten in Hannover durchgeführt worden sind, und mit denen die jungen Patienten eine neue Lebenschance erhielten. Damit ist die MHH das führende Zentrum für Lebertransplantationen bei Kindern in Deutschland und gehört auch europaweit zu den größten Zentren. Dem Anlass entsprechend dominierten die kleinen und jugendlichen Patienten der vergangenen Jahre, die mit ihren Angehörigen zu der Feier in den Herrenhäuser Gärten gekommen waren, das ebenso fröhliche wie nachdenkliche Fest.

Ehrengast am Sonnabend war Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, die die Schirmherrschaft übernommen hatte. In ihrer Ansprache verwies die Ministerin auf die Notwendigkeit, mehr Menschen in Deutschland zu überzeugen, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen. Ministerin von der Leyen sagte: "Welch ein Widerspruch: Zum einen wünscht sich eine große Mehrheit unserer Bevölkerung im Notfall medizinische Hilfe auch durch fremde Organe. Aber nur rund 17 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen Organspendeausweis ausgefüllt."

Für den künstlerischen Rahmen sorgten zwischen den Vorträgen und Podiumsgesprächen die Hannover Harmonists, die Ballettschule Kesten, eine Breakdance-Performance der Big-Bang-Crew, der Cantus Gaudium-Chor sowie zum Abschluss das Helian-Quartett.

Die Entwicklung der Lebertransplantation in Deutschland ist untrennbar mit den damaligen Pionieren aus Hannover verbunden. Wachsende Erfahrung der Ärzte- und Pflegeteams, technische Fortschritte sowie Verbesserungen der intensivmedizinischen und immunsuppressiven Therapien haben seither zu einer immer besseren Langzeitüberlebensrate der transplantierten Patienten geführt. So wird heute eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von bis zu 90 Prozent erzielt.

Allerdings verwiesen Prof. Ulrich Baumann, der Experte für Kinderlebertransplantationen an der MHH, und der Transplantationschirurg PD Dr. Thomas Becker in ihrem Vortrag zu "Entwicklung und Perspektiven der Kinderlebertransplantation" vor den Gästen des Festtages auch auf aktuelle Schwierigkeiten. So müssten sterbenskranke Kinder in Deutschland über ein Jahr lang auf ihre lebensrettende Transplantation warten. Baumann: "Das Gesetz schlägt eine Wartezeit von 90 Tagen vor. Die durchschnittliche Wartezeit bei Kindern, die auf der Liste für eine Lebertransplantation stehen, liegt mittlerweile bei rund 400 Tagen."

Die beiden Mediziner wiesen darauf hin, dass die wenigen gespendete Organe trotz des immer größer werdenden Mangels nicht effektiv genug genutzt würden. So lasse sich eine Leber beispielsweise zweifach nutzen. "Durch ein vermehrtes Teilen der teilbaren Organe wie der Leber könnte der Spendepool vergrößert werden, ohne dass Erwachsene auf das rettende Organ verzichten müssen", betonte Dr. Becker. Mit Blick auf die dramatische Situation vieler Kinder regten die MHH-Spezialisten an, die Leberteilung zur Verpflichtung zu machen, so wie dies z.B. erfolgreich in Großbritannien praktiziert werde. Baumann: "Das bedeutet, dass zum Beispiel mit einer Leber zwei Leben gerettet werden können."

Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover



© www.hochschulnachrichten.com    c.kexel

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