Technische Universität Dortmund: Im Sommersemester 2009 lädt die Technische Universität wieder Menschen verschiedenen Alters ein, um über aktuelle Forschungen zum kulturellen Erbe Europas zu berichten. Wieder öffnen sich die vier Dortmunder Innenstadtkirchen als Hörsäle: für die sechste Folge der Vorlesung „Bild und Klang“ und für den zweiten Zyklus der KinderUni zum Dortmunder Mittelalter.
Am 21.4.2008 um 19.30 beginnt in der Reinoldikirche die von Prof. Dr. Thomas Schilp, Prof. Dr. Michael Stegemann und Prof. Dr. Barbara Welzel gemeinsam durchgeführte Vorlesung „Bild und Klang“, die in diesem Semester dem Marienleben vom Mittelalter bis in die Gegenwart gewidmet ist. Musikalisch lässt sich die Verehrung Marias bereits im frühen Mittelalter nachweisen, um dann in zahllosen Werken Renaissance, Barock und Klassik zu beherrschen. Allein von Wolfgang Amadeus Mozart sind mehr als ein Dutzend Marien-Kompositionen überliefert. Aber auch noch im 19. und 20. Jahrhundert wurden Marienstücke geschrieben. Und dass Marien-Musiken durchaus nicht nur im kirchlichen Rahmen ihren Platz hatten, beweisen Werke wie Paul Hindemiths Liederzyklus Das Marienleben nach den Gedichten von Rainer Maria Rilke.
Die Bild-Überlieferung ist nicht weniger vielfältig. Sie umfasst die verschiedensten Medien und Gattungen vom Mittelalter bis in die Gegenwart: Skulpturen, Gemälde, Druckgraphik, Tapisserien und andere mehr; es finden sich Einzelbildwerke und Erzählzyklen, Marienleuchter, Altarwerke sowie Andachts- und Prozessionsbilder und vieles mehr. Die Vorlesung wird immer wieder auch herausragende Kunstwerke der Region thematisieren und sie in ihrem historischen Kontext vorstellen: etwa die „Goldene Madonna“ im Essener Dom, das früheste erhaltene Marienbildwerk überhaupt, die Gemälde des Conrad von Soest in Dortmund oder die im Düsseldorfer Museum bewahrte Himmelfahrt Mariae von Peter Paul Rubens. Immer wieder scheinen dabei die vielfältigen Bedeutungen Marias und ihres in der Bibel überlieferten wie in zahlreichen Legenden ausgeschmückten Lebens für die Vorstellungswelten verschiedener Epochen auf.
Die öffentliche Vorlesungsreihe richtet sich gleichermaßen an Studierende der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen wie an die interessierte Öffentlichkeit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die KinderUni „Mit Oskar Francke Dortmund entdecken“ findet in diesem Semester als Projektwoche vom 12.-15. Mai statt. In Vorlesungen und Seminaren können Kinder und Schulklassen die vier Innenstadtkirchen erkunden. Zur Teilhabe am kulturellen Erbe sind alle Kinder Dortmunds eingeladen. Die Kirchen sind doppelt codierte Orte: Sie sind zugleich Gotteshäuser und Kulturdenkmale. In ihrer Funktion als Denkmale sind sie Zeugnisse der Geschichte und Kultur Dortmunds, ja sogar darüber hinaus: ganz Europas mit seinen Handels- und Kulturbeziehungen von Brügge bis Novogorod, aber auch in den Orient bis nach China. Deshalb öffnen sich diese Kirchen für alle Menschen (und nicht nur für Christen), die diese Schätze entdecken wollen. Um diese Kulturorte kennenzulernen, lädt die KinderUni alle Dortmunder Kinder ein.
Professorin Barbara Welzel und Dr. Birgit Franke beantworten mit ihren Studierenden Fragen wie: Warum haben die Einwohnerinnen und Einwohner Dortmunds im Mittelalter kostbare Kunstwerke an die Kirchen geschenkt? Warum können diese Kunstwerke noch heute als Zeugen der Vergangenheit erforscht werden? Wie war Dortmund vor einem halben Jahrtausend mit fernen Ländern und Städten verbunden? Was bedeuten die Kunstschätze der Vergangenheit für uns heute?
Pressemitteilung der Technische Universität Dortmund